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Zuhause to go: Matias Konstandt hat ein Haus zum Mitnehmen entwickelt

Ein Haus zum Mitnehmen – das wünschte sich der argentinische Architekt und Designer Matias Konstandt auf seinen Reisen. Da er so etwas nicht finden konnte, hat der studierte Betriebswirtschaftler, der inzwischen als freier Architekt und Designer arbeitet, kurzerhand selbst eins entworfen. Das Ergebnis heißt "Molecule" und besteht komplett aus miteinander verschraubten Aluminiumstangen, die sich Konstandt inzwischen hat patentieren lassen.

Um seine Idee von der Nomanden Architektur auszuprobieren baute er sich vor rund acht Jahren ein Haus in einem Vorort von Buenos Aires. Rund 16.000 miteinander verschraubte Aluminiumstangen bilden dort ein Haus mit 300 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Stockwerken. Die Außenwände sind Großteils mit Spanplatten und Styropor verkleidet und danach mit einer Mischung aus Zement und Kalk verputzt. Einige sind aber nur mit Glas verhüllt, so dass die Konstruktion aus Aluminiumstangen sichtbar bleibt und Licht hindurch scheinen kann. Konstandt gefällt das so, aber prinzipiell könne das jeder so machen, wie er wolle. "Die Stangen sind ja nur die Struktur – drumherum kann man Plastikplanen, Laminat, Zement, Glas oder Stoffbahnen hüllen – was immer man will."

Die Aluminiumstangen, aus denen das Haus zum Mitnehmen zusammen gebaut wird, sind extrem leicht. So wiegt ein Quadratmeter bebaute Fläche von Konstandts Baustruktur nur rund vier Kilogramm, während bei anderen Häusern locker zwischen 150 und 200 Kilogramm pro Quadratmeter zusammen kommen. "Außerdem ist es feuer- und erdbebensicher und wirklich kinderleicht aufzubauen, man braucht nur eine Art Schraubenzieher und überhaupt keine technischen Kenntnisse", nennt Konstandt die Vorteile von "Molecule".

Allerdings muss der Erfinder des Aluminiumhauses zugeben, dass es sich bei seinem Haus noch nicht wirklich um ein Haus zum Mitnehmen handelt, "auch wenn man es schneller und umweltschonender abbauen und woanders wieder aufbauen könnte, als viele andere Häuser." Zuerst wollte Konstandt "ein großes Haus bauen, um mit dem System zu experimentieren."

Das richtige Haus zum Mitnehmen gibt es bisher nur auf dem Papier, aber es soll nicht mehr lange dauern, bis der Prototyp fertig ist. "In einen Rucksack wird es vielleicht nicht passen, aber in ein kleines Auto sicher." Es soll größer und stabiler werden als ein Zelt, dabei aber ähnlich schnell aufzubauen sein. Gegenüber dem Wohnwagen hat des Haus aus Aluminium allerdings einen entscheidenden Nachteil: es hat weder Bad noch Küche.

Quelle: welt.de, sueddeutsche.de
Bild: molecule.com

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