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Wohnungsnot in Deutschland: Werden bald die Wohnungen knapp?

Auf dem Wohnungsbau-Forum in Berlin warnten Mitte März Bau- und Mieterverbände vor einer drohenden Wohnungsnot in Deutschland. Wenn die Politik nicht mit gezielten Steuer-Anreizen und gesicherter Investitionsförderung über die KfW-Bank eingreife, werde sich bis 2025 eine Wohnungsbaulücke von 360.000 Wohnungen pro Jahr aufbauen.

Wie Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten und IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel warnten, hätte eine solche Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland soziale Spannungen zur Folge. Nach einer aktuellen Studie der Prognos AG seien drei Viertel aller deutschen Regionen von der Wohnungslücke betroffen.

Verschärft werde die Situation zusätzlich dadurch, dass das Haushalts-Nettoeinkommen in der Hälfte des Bundesgebiets unter dem Durchschnitt von 1774 Euro monatlich läge. 'Das Aufeinandertreffen von fehlenden Wohnungen, steigenden Mieten und geringen Einkommen bedroht die wirtschaftliche Existenz der kommenden Rentnergeneration und die der jungen Erwachsenen besonders dramatisch', so die Verbände.

Wiesehügel befürchtet, dass es in 20 Jahren zur Katastrophe komme, wenn nichts gegen den Wohnungsmangel getan werde: 'Fehlende und unbezahlbare Wohnungen führen zu Abschiebungen alter Menschen in Pflegeheime, die dreimal so teuer sind wie das, was wir jetzt an Wohnungsförderung diskutieren.'

Grund für die drohende Wohnungsnot in Deutschland ist der dramatische Rückgang der jährlichen Fertigstellungen in den vergangenen Jahren. Wurden im Spitzenjahr 1995 noch 603.000 Wohnungen fertig gestellt, waren es 2006 nur noch 248.400. 2008 sank die Zahl nochmal auf 176.000. Zwar stiegen die Zahlen 2009 erstmals wieder, allerdings dürfte die Steigerung um 1,9 Prozent bzw. 3300 Wohnungen den Neubau-Einbruch zunächst nur leicht abbremsen.

Doch während Bau- und Mieterverbände vor der drohenden Wohnungsnot in Deutschland warnen, spricht der baupolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Sebastian Körber von 'Panikmache'. 'Den Menschen in Deutschland drohen weder Verelendung, Obdachlosigkeit oder gar soziale Unruhen aufgrund einer anstehenden Wohnungsnot', so Körber.

Quelle: focus.de, onlinepresse.info
Bild: Rainer Sturm (Pixelio)

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