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Wohnen mal anders Teil 2: Originelles Leben im Schiffscontainer

Schiffscontainer sind DIE Symbole für die Weltwirtschaft schlechthin - sie transportieren einfach alles, vom Pumaschuh bis zum Staubsauger... Und schon länger werden die stapelbaren, bunten Kastenmodule auch gerne mal als architektonisches Bauobjekt zweckentfremdet und zu Penthäusern, Stundentenbuden oder Miniapartments umfunktioniert - Wohnen im Container liegt voll im Trend!

Wohnen mal anders: Die ausgemusterten und nicht mehr verwendbaren Frachtkisten findet man immer häufiger auf New Yorker Dächern als originelle Penthousewohnung, als gestapelte 4-Sterne-Hotels oder Ferienhäuser mit Sauna wieder. In Deutschland wurde jüngst ein architektonischer Wettbewerb für eine Autobahnkirche aus Containern ausgeschrieben, und Shigeru Bans "Nomadic Museum" bedient sich der Containerbaukunst!

Auch das italienische Architektenduo Lot-ek aus New York kommt bei ihren Entwürfen immer wieder auf Standardcontainer als Basisstruktur zurück. Ihre "Puma-City", die aus 24 Frachtcontainern besteht, reist gerade um die Welt: Der Bau mit einer Nutzfläche von 11.000 Quadratmetern und Wasser-, Klimaanlagen- und Stromanschlüssen wird für jeden Umzug neu zerlegt und per Containerschiff weiter transportiert!

Die Modulbauweise wird immer beliebter. Sogar am Südpol soll eine Polarstation aus 128 Containern entstehen. Da das ganze Material an Ort und Stelle transportiert werden muss, kamen die Bauplaner auf die Idee, gleich die Container als Konstruktion zu benutzen.

Die kostengünstigen Containerhäuser sind Bauwerke auf Zeit: Höchstens 25 Jahre Lebenserwartung hat eine Stahlkiste im Schnitt. Deshalb werden die Gebäude so geplant, dass die Container im Zweifelsfall immer problemlos ausgewechselt werden können. Außerdem sollten sie zerlegbar sein und an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden können.

Natürlich machen bauphysikalische Probleme wie Wärme- und Kältebrücken durch doppelte Wandbreiten und der geringe Wohnraum ein alltägliches Leben in den Containern noch schwierig. Dennoch fasziniert die flexible Bauweise viele Architekten und Planer immer mehr, und sie suchen eifrig nach bautechnischen Lösungen für die trendigen Containerkonstruktionen. Etabliert haben sie sich mittlerweile jedenfalls allemal auf dem Architektenmarkt, sogar unter Stararchitekten wie Herzog & de Meuron und Rem Koolhaas: Wohnen im Container ist heutzutage mehr als angesagt!

Quelle: faz.net, spiegel.de
Bild: rmburne (Flickr)

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