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Wer nicht reparieren will, muss fühlen: Mietminderung bei Mängeln

Ein Mieter hat gegenüber dem Vermieter das Recht, eine Mietminderung vorzunehmen, wenn erhebliche Schäden in der vermieteten Wohnung auftreten. Schimmelpilz, Feuchtigkeit, schlecht schließende Fenster mit Wärme- oder Kältebrücken, Heizung- und Warmwasserausfall, zu kalte Räume, Lärmbelästigung: dies sind nur einige von vielen auftretenden Wohnungsmängeln.

Allzu oft jedoch bleibt der Vermieter von der Mietminderung verschont, denn die Mieter wissen häufig nicht genug über ihre Rechte. Sie zahlen trotzdem die volle Miete und werfen so Jahr für Jahr immense Summen von Geld zum Fenster hinaus.

Wenn Wohnungsmängel auftreten, muss der Vermieter sofort schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt werden. Er muss sich dann umgehend um die Beseitigung des Schadens kümmern. Bis dies geschehen ist, kann der Mieter dann - je nach Größe des angefallenen Schadens - die Miete kürzen.

Der deutsche Mieterbund (DMB) hat eine Broschüre herausgegeben für "Wohnungsmängel und Mietminderung", in der alle Rechte und Pflichten sowie die genaue Prozentzahl der Mietminderung je nach Schaden aufgelistet werden. Sie kann bei allen örtlichen Mietvereinen erstanden werden.

In dieser Broschüre wird zwischen Rechtsmängeln und Sachmängeln unterschieden. Rechtsmängel treten zum Beispiel dann auf, wenn die Mietwohnung nicht als Wohnfläche vermietet werden durfte. Der Mieter sollte sich das daher im Vorfeld schriftlich geben lassen, wenn ein Zweifel über die Wohnungsnutzung vorliegt. Sachmängel sind zum Beispiel Feuchtigkeitsschäden, Lärmbelästigung (langfristige Baustelle vor dem Haus nach Anmietung der Wohnung, Kindergeschrei), undichte Fenster und schlecht beheizbare Räume.

Wenn zum Beispiel alle Fenster undicht sind, kann man sogar bis zu 50% der Miete einbehalten. Auch, wenn in der kalten Jahreszeit die Heizung gänzlich ausfällt und nicht repariert wird, muss die Miete für die Monate gar nicht bezahlt werden. Extreme Lärmbelästigung wird mit einem 60% -Satz zur Minderung der Miete festgelegt.

Quelle: Welt-Online, Rechtstipps.net
Bild: webby0101(Flickr)

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