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Was genau ist Ökostrom?

Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Ökostrom. Mit dem Wechsel zum grünen Strom wollen sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Leider ist nicht überall wo Ökostrom drauf steht auch wirklich Ökostrom drin. Wie Peter Blenkers, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW), erklärt liegt das daran, dass der Begriff "rechtlich nicht geschützt" ist. Verschiedene Zertifikate und Gütesiegel helfen dem umweltbewussten Kunden den wahren Wert des jeweiligen Ökostromanbieters zu erkennen.

Zunächst einmal stellt sich die Frage: "Was genau ist Ökostrom?" Dabei sind sich Stromanbieter, Verbraucher- und Umweltschutzverbände einig, dass Strom nur dann als Ökostrom oder "grüner Strom" bezeichnet werden kann, wenn er auch regenerativen Energiequellen stammt. Zu den regenerativen, also erneuerbaren Energiequellen zählen diejenigen Energiequellen, die nach menschlichen Maßstäben unbegrenzt verfügbar sind: Wasser-, Wind-, und Sonnenenergie sowie Erdwärme. Auch Energie, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder anderen Pflanzenstoffen gewonnen wird, gilt als erneuerbare Energie.

Bei der Nutzung von Deponie-, Klär- und Grubengas zur Stromerzeugung werden schädliche Emissionen in nützliche Energie umgewandelt. Daher spricht man hier von ökologischer Stromerzeugung, auch wenn die verwendeten Energiequellen nicht erneuerbar im strengen Sinne sind.

Ein Sonderfall in Bezug auf Ökostrom stellen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) dar. Diese Technik wird vor allem bei Kohle- und Gaskraftwerken eingesetzt, also bei Anlagen, die fossile Brennstoffe verfeuern und daher nicht regenerativ sind. Da aber die KWK den Wirkungsgrad enorm steigern und somit hilft, große Mengen von Emissionen und Rohstoffverbrauch zu vermeiden, kann auch Strom aus KWK-Anlagen als ökologisch sinnvoll gelten. Ökostrom im engen Sinne ist KWK-Strom aber nur dann, wenn er aus Biomasse gewonnen wird.

Verschiedene Zertifikate und Gütesiegel sollen dem Verbraucher einen Hinweis auf die Qualität des Ökostroms geben. Doch wie Peter Reese, Leiter der Energiewirtschaft des unabhängigen Verbraucherportals Verivox, warnt, bestehen zwischen den einzelnen Labels "erhebliche Unterschiede". Dabei geben reine Zertifikate, die über das Zertifikatehandelssystem RECS vergeben werden, nur Auskunft über die Herkunft und Zusammensetzung des Stroms. Stromanbieter, die eine Zertifizierung durch eine TÜV-Gesellschaft anstreben, müssen müssen belegen, wo der Strom herkommt, und dass sie den Kostenaufschlag für die Tarife einzig für die Förderung erneuerbarer Energien verwenden. Das "ok-power Label" und das "Grüner Strom Label" dagegen wird nur an Ökostromanbieter vergeben, die strengere Kriterien an Umweltverträglichkeit und Neubau von Anlagen erfüllen.

Quelle: focus.de, stromtip.de
Bild: streugut9001 (Flickr)

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