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Wandrisse: Schönheitsfehler oder statisches Problem?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Wandrisse entstehen. Die Risse in der Wand stellen oft ein rein optisches Problem dar. Doch es gibt auch Fälle, in denen reine Schönheitsmaßnahmen das Problem nicht lösen. Dann muss ein Fachmann eingeschaltet werden.

Wie Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) erklärt, haben Wandrisse sehr unterschiedliche Ursachen. Dazu gehören Erschütterungen durch leichte Erdbeben, ein sich verändernder Grundwasserspiegel, Schäden durch den Bergbau oder problematische Böden. Außerdem können die unterschiedlichen Spannungen zwischen den Bauteilen eines Hauses zur Rissbildung in der Hauswand führen.

Die meisten Wandrisse sind nur oberflächlich und können vom Heimwerker recht einfach mit Acryldichtstoffen abgedichtet werden. Tiefe Risse hingegen, die bis ins Mauerwerk gehen, erfordern das Einschreiten eines Fachmanns. Denn wenn solche Risse nicht fachmännisch verschlossen werden, können sie die Statik des Bauwerks beeinflussen.

Wandrisse können auch durch die nicht vorgesehene Belastung eines Bauteiles entstehen, wie Reinhold-Postina erklärt. So sollte beispielsweise die nicht-tragende Innenwand nicht die Last der Decke abfangen. Trägt sie aber doch einen Teil des Gewichts, wofür sie nicht berechnet ist, bekommt sie oft Risse. Bei solchen Wandrissen sollte unbedingt ein Fachmann zugezogen werden, da eventuell größere Baumaßnahmen zur Reparatur der Wandrisse nötig sein können.

Auch bei sogenannten Setzrissen ist Vorsicht geboten. Diese entstehen in neugebauten Häusern, wenn bei der Berechnung der Statik nicht einkalkuliert wurde, dass sich die Häuser erst nach bis zu sieben Jahren setzen.

Einfache Haarrisse im Putz hingegen können meist problemlos vom Heimwerker selbst ausgebessert werden. 'Sie sollten allerdings nicht breiter werden als 0,2 Millimeter', warnt Reinhold-Postina.

Quelle: n-tv.de, henkelhaus.de
Bild: Philip May (Flickr)

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