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Vererben oder Verschenken? Wie Eigenheimkapital sinnvoll eingesetzt wird

Bislang schreckten Eltern eher vor der frühzeitigen Schenkung des Eigenheims an Kinder oder Enkel zurück: Zu groß war die Angst, nicht mehr der eigene Herr im Haus zu sein und ihre Absicherung für das Rentenalter zu verlieren! Immobilienschenkungen können jedoch grundsätzlich an bestimmte Vorgaben geknüpft werden.

Die Alterssicherungsrechte können durch Nießbrauch oder ein lebenslanges Wohnrecht vertraglich festgehalten und so Vermögen schon zu Lebzeiten auf Verwandte übertragen werden, ohne die eigenen Ansprüche komplett zu verlieren. Für diesen Schenkungsvertrag sind eine notarielle Beurkundung und eine Eintragung ins Grundbuch notwendig. Dem Sprössling wird im Schenkungsvertrag dann zum Beispiel die Immobilie unentgeltlich übertragen, gleichzeitig behält sich der Schenker den Nießbrauch jedoch vor.

Auch kann im Vertrag festgelegt werden, dass der Beschenkte die Immobilie nur mit Zustimmung des Nießbrauchsberechtigten belasten oder verkaufen darf. Ebenso sollte an eine "Rückfallklausel" für bestimmte Fälle gedacht werden. Durch diese kann im Zweifelsfall das Grundstück zurückübertragen werden. Grundsätzlich endet das Nießbrauchsrecht mit Ablauf der vereinbarten Dauer, spätestens mit dem Tod des Nießbrauchers.

Hinsichtlich der neuen und höchst umstrittenen Erbschaftsteuerreform könnte ein Vorziehen der Immobilienschenkung sinnvoll sein, da sich die künftig höheren Bewertungen von Immobilien beim Vererben von Immobilienvermögen steuerlich nachteilig auswirken können.

Nach der aktuellen Erbschaftssteuer muss nun zukünftig die geerbte Immobilie zehn Jahre selbst genutzt werden, damit sie steuerfrei bleibt. Es sein denn, "man ist aus zwingenden Gründen an der Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken gehindert"... oder aber, die Immobilie übersteigt eine Wohnfläche von 200 m². Allerdings wollen die meisten Kinder erst gar nicht in das unmoderne Elternhaus einziehen...

Außerdem soll bei steuerpflichtigen Immobilien künftig der "Marktwert" versteuert werden. Dieser Marktwert wird nach den neu formulierten Vorschriften des Bewertungsgesetzes ermittelt. Die erheblichen Unterschiede bei der Einschätzung nach diesen Bewertungsdetails werden jedoch in der Praxis eher zu Streitigkeiten mit den Finanzämtern führen...

Quelle: valimmo.de, finanztip.de
Bild: D H Wright (Flickr) Gerd Altmann (Pixelio)

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