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Urteil des Bundesgerichtshof besiegelt Ende der Phantommiete

In einem aktuellen Urteil hat der Bundesgerichtshof Phantommieten einen Riegel vorgeschoben. Sobald die reale Wohnfläche mehr als 10 Prozent kleiner ist als im Mietvertrag steht, gilt die Wohnung als mangelhaft, da hilft es auch nicht, wenn die Quadratmeterzahl der Wohnung mit dem Zusatz 'ca.' versehen wird.

Oft kommt es ohne böse Absicht zu einer falschen Berechnung der Wohnfläche. Das liegt daran, dass es sehr unterschiedliche Berechnungsmethoden gibt und dass Sondermaßstäbe für Dachschrägen, Balkone und Kellerabteile angewandt werden müssen.

Doch egal ob der Wohnflächenfehler im Mietvertrag vom Vermieter beabsichtigt ist oder nicht, mit dem Urteil zur Phantommiete müssen Vermieter damit rechnen, dass ihre Mieter das zu viel gezahlte Geld zurückverlangen. 'Vermieter müssen für die Flächenberechnung im Mietvertrag geradestehen. Ist die Wohnung zehn Prozent kleiner als angegeben, dürfen Mieter die monatliche Überweisung an den Vermieter kürzen', erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

Die Rechte von Eigentümern und Mietern bei Wohnflächenfehlern sind im Gesetz nicht explizit geregelt. So ist es letztlich der achte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs, der regelmäßig die Ansprüche beider Seiten festlegt. Im aktuellen Fall ging es um einen Aachener, der fast 20 Jahre lang zuviel Miete gezahlt hatte. Erst vor acht Jahren bemerkte der Mieter, dass seine Wohnung nur 83 und nicht, wie im Mietvertrag festgelegt, 100 Quadratmeter groß war.

Als er den Irrtum bemerkte, forderte der Mieter knapp 6000 Euro der Phantommiete zurück. Bereits in erster Instanz sprachen ihm die Richter am Landgericht Aachen die Hälfte der Summer zu, berücksichtigten jedoch eine Messtoleranz zugunsten des Vermieters von fünf Prozent. Der Mieter beharrte aber auf der ganzen Summen und bekam jetzt Recht.

Quelle: focus.de, n2day.com
Bild: tommyS (Pixelio)

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