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Urbane Legenden: Irrtümer über das Mietrecht

Die Deutschen machen sich ihre ganz eigenen Gesetze, wenn es um die lieben Nachbarn oder den Vermieter geht. Der Volksglaube zum Mietrecht steckt voller Mythen, die sich seit Jahren bei Vermietern und Mietern gleichermaßen hartnäckig halten.

So muss beim Auszug der Vermieter nicht einen von drei vorgeschlagenen Nachmietern akzeptieren. Bei der vorzeitigen Auflösung des Mietvertrags durch den Mieter ist dieser auf Kulanz seitens des Vermieters angewiesen.

Der Eigentümer der Wohnung darf nicht jederzeit in die Wohnung, auch nicht mit Ankündigung. Jedoch sollte ihm im Jahr ein einmaliges Betreten der Wohnung mit Begründung schon möglich sein.

Der Vermieter irrt, wenn er meint, dass er generell den Mietvertrag 14 Tage lang noch widerrufen kann. Auf beiden Seiten gilt es, die Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende einzuhalten, wenn nicht anders festgelegt.

Ein Mieter ist im Unrecht, wenn er glaubt, dass er die Kaution "abwohnen" darf. Natürlich stehen für den Vermieter die Kosten für ein eventuelles Mahn- und Klageverfahren dennoch in keinem Verhältnis zu den einzuklagenden Kosten.

Jedoch hat der Mieter das Recht, die Miete zu mindern, wenn Schäden in der Wohnung aufgetreten sind, für die der Vermieter aufkommen muss. Diese Mietminderung muss im richtigen Verhältnis zu Schadensgröße und den verstrichenen Tagen bis zur Schadensbeseitigung stehen.

Das Untervermieten der Wohnung ist erlaubt, solange der Vermieter mit dem Untermieter einverstanden ist und keine Überbelegung der Zimmer oder der gesamten Wohnung die Folge ist.

Lautstarkes Feiern bis zum Umfallen einmal in der Woche? Naja. Da muss sich schon an die Ruheregelung mit den Nachbarn gehalten werden, eine eigens geschriebene Regel gibt es hierfür sicherlich nicht.

Müssen die Wände in jeden Fall wieder weiß gestrichen werden beim Auszug? Die Antwort lautet: "Nein". Nur wenn es ausdrücklich im Vertrag so festgelegt wurde.

Der Flur gehört nicht zur Wohnung, auch wenn dies viele Mieter annehmen. Die stinkenden Gummistiefel, Turnschuhe oder gar die Abfalltüte dürfen somit nicht einfach vor der Haustür abgestellt werden. Kinderwagen, Gehhilfen oder Rollstühle sind hingegen erlaubt, wenn sie nicht im Treppenhaus den Weg versperren.

Quelle: Focus online, Tageblatt
Bild: a.meins(Flickr)

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