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Tipps zum Homeoffice: Wie ist die rechtliche Lage?

Das Konzept Homeoffice wird immer verbreiteter. Eine steigende Anzahl an Angestellten, Freiberuflern und Existenzgründern gehen ihrer beruflichen Tätigkeit am häuslichen Schreibtisch nach. Doch bei der Heimarbeit in der Mietwohnung hat auch der Vermieter ein Wörtchen mitzureden. Hier ein paar rechtliche Tipps zum Homeoffice.

Die Frage, ob Vermieter eine gewerbliche Nutzung der Mietwohnung verbieten darf oder dulden muss, hat die Gerichte über Jahre beschäftigt, bis der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ein Grundsatzurteil gefällt hat.

Demnach muss der Mieter die Erlaubnis des Vermieters einholen, bevor er sein Homeoffice in der Mietwohnung einrichtet (Az. VIII ZR 165/08). Dabei haben Heimarbeiter, die ihre Bürojobs im stillen Kämmerlein ausüben gute Chancen, wie Stephanie Kaufmann, Rechtsanwältin aus Feldafing erklärt: 'Der Vermieter muss zustimmen, wenn die Wohnung durch die berufliche Nutzung nicht stärker beansprucht wird als beim privaten Wohnen.' Problematisch wird es dann, wenn die berufliche Tätigkeit 'nach außen hin in Erscheinung' tritt.

Die Geschäftsaktivität tritt dann 'nach außen' in Erscheinung, wenn zum Beispiel Mitarbeiter ein und ausgehen, wenn reger Kundenverkehr herrscht, oder wenn die Wohnung als Geschäftsadresse angegeben wird. Ist das das Fall, darf der Vermieter das Homeoffice verbieten.

Umgekehrt bedeutet das Urteil des BGH, dass der Vermieter das Homeoffice dulden muss, wenn die Tätigkeit andere Mieter nicht stört. Juristin Kaufmann gibt Heimarbeitern einen Tipp zum Homeoffice: Sie sollten sich bereits bei der Unterzeichnung des Mietvertrags die berufliche Nutzung der Mietwohnung genehmigen lassen. Mit einer schriftlichen Erlaubnis fürs Homeoffice gibt es später keine Probleme, sofern die Hausordnung befolgt wird.

Quelle: focus.de, t-online-business.de
Bild: Shane Adams (Flickr), Harald Wanetschka (Pixelio)

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