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Stundenlohn von einem Handwerker - Grundschema seiner Zusammensetzung!

Spätestens wenn Handwerker ihren Kunden nach getaner Arbeit die Rechnung vorlegen, können sich viele eine Bemerkung wie - ihr seid zu teuer - nicht verkneifen. Ins Auge fällt auf der Rechnung meist der hohe Stundenverrechnungssatz. Wer die Rechnungssumme zu bezahlen hat, sieht nicht sofort den Unterschied zwischen einem Stundenverrechnungssatz und einem Stundenlohn für den Handwerker.

Der Stundenlohn von einem Handwerker ist allerdings weit entfernt vom in der Rechnung erscheinenden Stundensatz. Bevor Handwerker vom Kunden einen Auftrag erteilt erhalten, wollen diese wissen, was die Handwerkerleistung neben den eventuellen Materialkosten kosten wird.

Für eine Handwerkerstunde setzen Handwerkskammern im Durchschnitt einen Betrag zwischen 40 und 50 Euro als normal an. Dieser Betrag, genannt Stundenverrechnungssatz, bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Betrieb ihn als Verdienst beanspruchen kann. Ein Stundenverrechnungssatz ist kein Stundenverdienst. Damit Kunden eine Rechnung akzeptieren können, müssen sie wissen, wie einzelne Kosten für den Handwerker entstehen und was dem Handwerksbetrieb letztlich in der Betriebskasse bleibt.

Ein Handwerker muss seine Preise genau kalkulieren, um den Betrieb am Laufen zu erhalten, um die Gesellen jeden Monat bezahlen und um notwendige Rücklagen bilden zu können. Der auf der Rechnung der Kunden ausgewiesene Preis je Arbeitsstunde beinhaltet neben dem reinen Stundenlohn (31 Prozent), die Lohnnebenkosten (26 Prozent), die Gemeinkosten (38 Prozent) und den Gewinn (5 Prozent). Die Höhe des reinen Stundenlohnes kann bei Handwerkern je nach Gewerbe unterschiedlich sein.

Das Grundschema in seiner prozentualen Zusammensetzung bleibt hingegen bestehen. Jeder vom Handwerker verwendete Verrechnungssatz je Handwerkerstunde erhöht sich schließlich noch um die gesetzliche Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Bei der Betrachtung der Bestandteile des Stundenverrechnungssatzes für eine Stunde Handwerkerleistung zeigt sich die hohe Personalintensität im Handwerk.

Mehr als zwei Drittel des Verrechnungssatzes bildet der Stundenlohn, eingeschlossen die damit im Zusammenhang stehenden lohngebundenen Kosten pro Stunde. Die übrigen Kosten wie zum Beispiel Energiekosten, Abschreibungen, Haus- und Grundstücksaufwendungen, Zinsen sowie Rechts- und Beratungskosten fallen vergleichsweise gering aus. Bei einem Stundenverrechnungssatz von etwa 54 Euro verbleibt einem Unternehmer gerade ein Gewinn von nur wenig mehr als 2 Euro.

Um einen Handwerksbetrieb in der Zukunft gesund führen zu können, muss in jedem Rechnungsbetrag ein Wagnis- und Gewinnanteil enthalten sein. Der Konkurrenzdruck am Markt, so zeigen Betriebsvergleiche der Handwerkskammern, führt dazu, dass viele Handwerker lediglich kostendeckend arbeiten. Für Unternehmer bedeutet das, dass sie eigentlich umsonst arbeiten.

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