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Strompreis - Energiewende belastet private Verbraucher

Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt kennt der Strompreis nur noch eine Richtung. Gründe für stetige Strompreiserhöhungen, dass er sich in den Jahren 2012 und 2013 stark nach oben bewegte, sollen die Energiewende und eine vom Verbraucher zu zahlenden EEG-Umlage sein. Die erneuerbaren Energien gelten als die Schuldigen des Strompreisanstiegs, weil diese Energien stark subventioniert und gefördert werden. Doch der Staat setzt direkt keine Fördermittel oder Steuermittel ein.

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Moderater Preisanstieg im Jahr 2014 erwartet

Energieexperten prognostizieren für 2014 keine derart großen Preissprünge wie Anfang 2013 als Folge einer deutlichen Erhöhung der EEG-Umlage. Wind- und Sonnenstrom haben schon seit längerem dazu geführt, dass die Börsenstrompreise abgestürzt sind. Mittlerweile profitieren auch die Verbraucher davon. Die Regierung hat sich bereits geäußert, sich bei Steuer- und Abgabenerhöhungen zurückzuhalten. Zudem ist im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung das Ziel formuliert, den Kostenanstieg für die Energiewende nicht zu forcieren.

Der US-Schiefergasboom sorgt bei Erdgas für einen Überfluss am Markt. Nach Recherchen zahlreicher Internet-Vergleichsportale ist ein ziemlicher Stillstand an der Preisfront zu verzeichnen. Viele Anbieter lassen ihre Gaspreise unverändert. Beim Strom hat mehr als ein Drittel der rund 850 Grundversorger Preiserhöhungen durchgeführt. Zum 1. Februar werden weitere Versorger folgen und den Strompreis erhöhen. Der durchschnittliche Preisanstieg beträgt 3,4 bis 3,5 Prozent. Eine vierköpfige Familie (Jahresverbrauch 4.000 Kilowattstunden) wird rund 40 Euro extra im Jahr zahlen.

Dass es sich um moderate Preiserhöhungen für private Verbraucher handelt, beweist der Blick auf die Fakten des Jahres 2013. Denn da erhöhten die Stromversorger auf ganzer Linie von den Stadtwerken bis zu den Energiekonzernen die Preise um zweistellige Prozentzahlen. Die Bundesnetzagentur vermeldete zum 1.4.2013 eine Verteuerung um satte 13,2 Prozent.

An der Strombörse führt der Verkauf des EEG-Ökostroms zu fallenden Strom- und Einkaufspreisen. Paradoxerweise steigt dadurch die EEG-Umlage. Diese wird sofort an die Verbraucher weiter gegeben. Sinkende Einkaufspreise für Strom erreichen sie hingegen nicht oder verspätet. Ein Grund ist sicherlich, dass zahlreiche Stromversorger Strom zu festen Preisen bei den Stromkonzernen kaufen. Diese langfristig angelegten Kontrakte erlauben es nicht, etwaigen billigen Börsenstrom zu kaufen.

Steuern und Abgaben sind wichtige Preisfaktoren

Der Strompreis wird nicht nur von den Förderkosten für Wind- und Solarparks belastet. Preisbeeinflussend sind unter anderen andere Energiewendeumlagen, Strom- und Mehrwertsteuer sowie Industrierabatte. Ein Drei-Personen-Haushalt muss bei 3500 Kilowattstunden Verbrauch im Schnitt eine Stromrechnung von etwa 1000 Euro begleichen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt an, dass Erzeugung, Transport und Vertrieb etwa die Hälfte des Strompreises ausmachen. Es folgen die Posten Ökostrom-Umlage, Mehrwertsteuer, Stromsteuer und Konzessionsabgabe. Der private Stromkunde darf auch noch für jede verbrauchte Kilowattstunde eine Haftungsumlage für Offshore-Windparks und einen Kraft-Wärme-Kopplungsaufschlag bezahlen.

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