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Steuervorteile bei denkmalgeschützten Immobilien: Was Kaufinteressenten wissen sollten

Der Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie bringt zahlreiche Steuervorteile mit sich. So können die Kosten für den Sanierungsaufwand innerhalb von zwölf Jahren bis zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Außerdem gelten Immobilien unter Denkmalschutz als inflationsgeschützte Sachwertanlage, die nicht nur erhebliche Steuereinsparungen mit sich bringt, sondern auch noch als sichere Altersvorsorge dient. Dennoch sollten vor der Investition in eine denkmalgeschützte Immobilie einige Punkte bedacht werden.

Wer von den Steuervorteilen profitieren will, die mit der Sanierung eines Denkmals einhergehen, muss beachten, dass die Immobilie gekauft werden muss, bevor die Modernisierung durchgeführt wurde. Denn nur Baumaßnahmen, die nach Abschluss des Kaufvertrages realisiert wurden sind steuerbegünstigt.

Nach einer 2005 eingeführten Vorschrift kann man die Steuervorteile aus einer vermieteten Immobilie nur dann geltend machen, wenn es sich nicht um ein sogenanntes Steuerstundungsmodell handelt. Ein Steuerstundungsmodell liegt dann vor, wenn der Käufer dem Bauträger zusätzlich zum Kaufpreis noch Gebühren für Nebenleistungen wie Mietgarantie oder Vermittlung der Finanzierung zahlt.

Wie Georg Labusch, Director der LABUSCH IMMOBILIEN Ltd. in München erklärt sollte auf jeden Fall frühzeitig das zuständige Amt für Denkmalpflege kontaktiert werden: "Der Bauträger muss im Vorfeld eine Bescheinigung über die denkmalrechtlichen Voraussetzungen und die erforderlichen Aufwendungen einholen. Nur so kann nach dem Kauf eine erhöhte Abschreibung der Sanierungskosten in Anspruch genommen werden."

In der Vergangenheit wurden die Steuervergünstigungen vom Finanzamt oftmals trotz Vorliegen der entsprechenden Bescheinigung versagt. Dabei ging es beispielsweise um die Sanierung von Dachgeschosswohnungen in denkmalgeschützten Immobilien oder eine Sanierung, die mit dem Wechsel der Nutzungsart des Denkmals verbunden war. Bei der Ablehnung der Steuervorteile bezog man sich auf eine Anweisung des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahre 2007, wonach die Denkmal-AfA versagt werden soll, wenn durch die Baumaßnahmen ein Neubau entstanden ist. Dabei wurden in der Vergangenheit auch solche Sanierungen steuerlich als Neubauten angesehen, die ein selbständiges Wirtschaftsgut darstellen, das vorher nicht existiert hatte.

Mit einem Urteil vom 24.Juni 2009 hat der Bundesfinanzhof (BFH) diesem Problem ein Ende bereitet. Demnach liegt im Hinblick auf die Denkmalabschreibung nur dann ein Neubau vor, wenn ein neuer Baukörper errichtet wurde. Trotz dieser Erleichterung muss man sich beim Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie im Klaren sein, dass man teilweise zwei bis drei Jahre auf seinen Steuervorteil warten muss.

Quelle: faz.net, perspektive-mittelstand.de
Bild: Thomas Max Müller (Pixelio)

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