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Schutz vor Mietnomaden: Mietrechtsreform macht Betrügern das Leben schwer

Sie zahlen keine Miete, machen Vermietern das Leben zur Hölle und wenn sie dann endlich gehen, hinterlassen sie meist ein Chaos in der Mietwohnung: Mietnomaden. Mit der neuen Mietrechtsreform soll der Schutz vor Mietnomaden verbessert werden, doch nicht überall stößt die Reform auf Begeisterung.

Der Entwurf für eine Mietrechtsreform will Vermietern mehr Schutz vor Mietnomaden bieten. Während es bisher bis zur Räumung der Wohnung oft bis zu zwei Jahren dauert, sollen Vermieter künftig schon dann kündigen können, wenn der Mieter mit der Zahlung der Kaution in Verzug ist und nicht erst wenn der Mieter mehrere Monatsmieten schuldig geblieben ist.

Beim Mieterbund stößt dieser Vorschlag auf heftige Kritik. So warnte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips davor, neue Kündigungstatbestände zu schaffen. Seiner Meinung nach würde dadurch nicht der Schutz vor Mietnomaden erhöht. Außerdem kritisiert Rips, dass durch die geplante Stärkung der Vermieterrechte 23 Millionen Mieter benachteiligt werden. Dem gegenüber stehen rund 1000 Fälle von Menschen, die in betrügerischer Absicht eine Wohnung anmieten.

Der geplante Schutz vor Mietnomaden bezieht sich nicht nur auf die Kündigungstatbestände. Auch die Räumung der Wohnung soll für den Vermieter billiger werden. Hier gilt das Berliner Modell als Vorbild, bei dem gemäß dem Vermieterpfandrecht nicht ein Gerichtsvollzieher beauftragt werden muss, um das in der Wohnung verbliebene Mobiliar abzutransportieren und einzulagern, sondern der Vermieter selbst die Möbel an sich nehmen und verkaufen lassen kann. Diese so genannte 'Berliner Räumung' soll durch den Gesetzentwurf im Mietrecht als gleichberechtigte Alternative zur klassischen Räumung verankert werden.

Quelle: come-on.de, focus.de
Bild: Ryo Chijiiwa (Flickr)

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