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Schadstoffarme Möbel: damit die Inneneinrichtung nicht zur Gefahr für die Gesundheit wird

Leider ist es gar nicht so einfach, schadstoffarme Möbel zu finden. So bringen neue Möbel oft nicht nur einen neuen Look in die Wohnung, sondern oft auch einen ganz schönen Gestank. Wenn neue Möbel, Teppiche, Matratzen, Schränke oder ganze Einbauküchen unangenehmen Geruch ausdampfen, dann ist das nicht nur nervig, sondern es kann auch gesundheitsschädlich sein.

Doch Rainer Weiskirchen vom TÜV Rheinland warnt vor Panik: "Geruch kann natürlich ein Hinweis auf erhöhte Schadstoffkonzentrationen sein, muss aber nicht." Vor allem in den ersten Tagen sei es völlig normal, dass neue Möbel einen speziellen Geruch verströmen. Grund zur Sorge besteht allerdings, wenn dieser nicht innerhalb weniger Wochen abklingt. Dann "sollte auf jeden Fall auf Schadstoffe überprüft werden", rät Elke Bruns von der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute in Springe-Eldagsen (Niedersachsen).

Besonders gefährlich ist das sogenannte "Wohngift" Formaldehyd, das 2004 von der Weltgesundheitsorganisation WHO als krebserregend eingestuft wird. Auch wenn das süßlich-stechend riechende Gas heute wesentlich weniger vorkommt als noch vor zehn Jahren, so wird es doch nach wie vor als Konservierungsmittel für Lacke, Farben und Kosmetika benutzt. Was die Inneneinrichtung angeht, so findet sich das schädliche Formaldehyd beispielsweise in Spanplatten, Kunstharzen und Teppichböden.

Wer täglich zu vielen Schadstoffen in Möbeln ausgesetzt ist, kann erhebliche Schäden davon tragen, warnt Uta Maria Schmidt von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: "Das geht bei Augenbrennen und -rötungen los, über Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Atemproblemen und Schleimhautreizungen, starken Kopfschmerzen und Erbrechen." Daher sollte man versuchen sich nur möglichst schadstofffreie Möbel ins Haus zu holen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn selbst unbehandelte Massivholz- oder Vollholzmöbel können Terpene enthalten, die Allergien auslösen können.

Gütesiegel wie der "Blaue Engel", das "Goldene M" der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel oder das Siegel "LGA-schadstoffgeprüft" können bei der Suche nach schadstoffarmen Möbeln helfen. Da aber unterschiedliche Gütesiegel unterschiedliche Dinge prüfen, "sollte der Verbraucher genau schauen: Was steht dahinter? Wurde nur auf Formaldehyd getestet oder auch nach allgemein leichtflüchtigen organischen Substanzen gesucht?", so Bruns. Weitere Tricks, um die Schadstoffbelastung durch Möbel möglichst gering zu halten sind häufiges Lüften und zahlreiche Grünpflanzen.

Quelle: n-tv.de, gesundheit.de
Bild: Claus Rebler (Flickr)

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