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Rein oder raus? Was bei Vermieterbesuchen zu tun und zu lassen ist

Jeder, der in einer Mietwohnung wohnt, kennt die Gedankengänge genau: Was ist, wenn der Vermieter einmal vor der Tür steht und spontan sein Eigentum in Augenschein nehmen will? Darf er auch ohne Ankündigung einfach in die Wohnung kommen?

Die Antwort lautet zunächst NEIN! Der Vermieter muss berechtigte Interessen vorbringen, damit er selbst oder von ihm autorisierte Personen die Wohnung betreten dürfen. In der Regel sind Vermieterbesuche mindestens 24 Stunden vorher - im besten Fall sogar mit schriftlicher Begründung - anzukündigen. Hierbei muss der angegebene Termin nicht eingehalten werden, wenn dem Mieter kurzfristig etwas dazwischenkommt, und er den Termin verschieben muss.

Der Bogen wird noch weiter gespannt: Der Vermieter hat auf keinen Fall ein Recht dazu, unangekündigt oder gar mit einem Zweitschlüssel in die Mietwohnung zu gelangen. Im Gegenteil: Der Besitz des Zweitschlüssels ist ihm rein rechtlich sogar verwehrt!

Natürlich kann der Mieter in seinen vier Wänden vor dem Vermieter nicht ganz ungestört hausen: Ein stichhaltiger Grund für einen Wohnungsbesuch von Seiten des Vermieters ist gegeben, wenn einmal im Jahr - zumeist am Jahresanfang - der Verbrauch von Heizung und Wasser abgelesen werden muss. Der Mieter muss 10 Tage vor dem Termin schriftlich benachrichtigt werden. Ebenso ist dem Vermieter eine Routinekontrolle etwa vom Zustand der Heizung alle zwei Jahre zuzugestehen.

Im Falle von akuter Gefahrenabwehr wie bei einem Rohrbruch oder einem Brand ist dem Vermieter sofort Zutritt zu seiner Wohnung zu gewährleisten. Im Verdacht auf Verwahrlosung oder auf vertragswidrige Nutzung des Eigentums kann der Vermieter ebenfalls sofortigen Zutritt verlangen. Fotos sind während der Dauer des Mietverhältnisses jedoch tabu- das wäre Verletzung der Privatsphäre!

Auch bei einem Mieterwechsel oder einem Wohnungsverkauf besteht berechtigtes Interesse des Vermieters daran, dass Makler und Interessenten die Wohnung besichtigen oder vermessen dürfen. Eine vorhergehende Anmeldung ist in diesem Fall jedoch nach wie vor notwendig, und auf Wunsch müssen sich die Personen ausweisen können.

Tägliche Besichtigungsbesuche muss der Mieter in keinem Fall dulden, drei Besichtigungstermine pro Woche sind laut Rechtsprechung genug! Aufräumpflichten sind nicht einzuhalten, ebenso muss der Mieter nicht über sich ergehen lassen, dass Fotos von seinem Hab und Gut gemacht werden. Will der Vermieter gar während der Besichtigung unangemeldet Vertragsverhandlungen führen oder Modernisierungsabsprachen treffen, muss dies von ihm vorher dem ahnungslosen Mieter schriftlich mitgeteilt werden.

Darf der Mieter aber auch verlangen, dass der Vermieter die Schuhe auszieht, damit nichts schmutzig gemacht wird? Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten war dagegen, allerdings räumt das Amtsgericht München ein, dass der Vermieter auf Wunsch in hygienische Schutzpantoffeln schlüpfen muss…

Quelle: focus.de, recht.net
Bild: RainerSturm (Pixelio) S. Hofschlaeger (Pixelio)

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