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Rauchmelder-Pflicht: Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter

In fast allen deutschen Bundesländern sind Rauchmelder im privaten Wohnbereich, inzwischen Pflicht. Bei Neu- oder Umbauten müssen sie installiert werden und auch Bestandsgebäude sollen nachgerüstet werden. Lediglich in Berlin, Brandenburg und Sachsen gibt es bis jetzt keine bindenden Verordnung oder Übergangsfristen, welche die Installation von Brandmeldern in Wohnungen regeln - bisher.

Wir informieren Sie, wie viele Rauchmelder in jeder Wohnung angebracht werden müssen, was man bei der Installation beachten sollte und wer für den Einbau und die Wartung zuständig ist.

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Mindestausstattung

Laut Gesetz müssen in alle Schlafzimmer und Kinderzimmer mit einem Rauchmelder ausgestattet sein. Das ist deshalb so wichtig, weil im Schlaf der Geruchssinn abgeschaltet ist und man den giftigen rauch nicht rechtzeitig wahrnimmt, was zur Todesfalle werden kann. Auch in Fluren sollten Brandmelder angebracht werden, weil diese im Notfall als Fluchtweg aus der Wohnung dienen.

Installation

Rauchmelder sollten in der Raummitte, waagerecht an der Decke befestigt werden, allerdings nicht in der Nähe von Zugluft, an Luftschächten oder Klimaanlagen, weil rauch an diesen Punkten abzieht. An Dachschrägen sollte man sie etwa 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes montieren.

Einbau und Wartung

Außer in Mecklenburg-Vorpommern ist der Hausbesitzer oder der Vermieter für die Installation und meistens auch für die Wartung von Rauchmelder verantwortlich. In Sachsen-Anhalt, Bremen, Schleswig-Holstein und Hessen muss sich aber der Mieter um die regelmäßige Wartung kümmern - es sei denn, der Vermieter übernimmt die Pflicht freiwillig. Für den Mieter gilt hierbei die Duldungspflicht - er ist dazu verpflichtet, dem Vermieter oder dem zum Einbau beauftragten Handwerker Zutritt zur Wohnung zu gewähren.

Was, wenn der Vermieter sich nicht rührt?

Als Mieter sollte man im Falle, dass der Eigentümer oder Vermieter seiner Pflicht nicht nachkommt, schriftlich eine Frist für die Installation setzten - angemessen sind laut Mietschützer drei Wochen. Kommt der Vermieter dieser Aufforderung dennoch nicht nach, kann man eine weitere Frist setzen, danach darf man die benötigten Rauchmelder selbst installieren beziehungsweise einen Handwerker damit beauftragen und die Kosten in Rechnung stellen oder von der nächsten Miete abziehen.

Rauchmelder kaufen

Das Angebot an Brandmeldern in massiv gestiegen. Als Nutzer sollte man aber unbedingt auf ein qualitativ hochwertiges und somit sicheres Gerät achten und besser nichts vom Wühltisch kaufen. Neben dem Hersteller sind eine einfache Montage wichtig, ebenso wie eine lange Lebensdauer von mindestens fünf Jahren.

Rauchmelder müssen der gesetzlichen CE-Kennzeichnung der Norm "EN 14604" entsprechen. Dahinter verbergen sich die Festlegung zur Mindestlautstärke des Alarms, Funktionsüberprüfung durch einen Testknopf, Batteriewechsel und andere Mindeststandards der Funktionalität. Empfohlen werden auch das VdS-Prüfzeichen vom Verband der Sachversicherer oder vom TÜV Nord mit dem KRIWAN-Zertifikat zertifizierte Geräte.

Rauchmelder: Im Brandfall gibt es keinen besseren Lebensretter

Spezielle Rauchmelder

In Küche oder Bad, also in raueren, in denen regelmäßig Dampf, Rauch oder Staub entsteht, sollten Geräte mit einem Stummschalter angebracht werden, um nervige Fehlalarme zu vermeiden. Die Sensibilität wird bei diesen Rauchmeldern herabgesetzt und sie werden erst dann ausgelöst, wenn die Rauchkonzentration im Raum verdreifacht ist.

Rauchmelder für Gehörlose

Auch Gehörlose haben gesetzlichen Anspruch auf Rauchmelder - dafür sie gibt es spezielle Geräte mit einer Lichtsignalanlage. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse tragen.

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