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Pinker Plüsch und Plastik-Pumps: Barbie-Haus eröffnet in Berlin

Berlin bekommt ein Barbie-Haus: Nicht weit vom Berliner Alexanderplatz soll es entstehen und am 16. Mai seine Pforten öffnen. Die lebensgroße Nachbildung des Spielzeughauses ist aber umstritten. Kritiker meinen, Kinder könnten falsche Rollenbilder lernen.

Der Traum in Pink ist momentan noch eine 2750 Quadratmeter große Baustelle, aber weiße Möbelstücke und pinke Ornament-Tapeten sind schon eingebaut. Die fertige Villa soll Mädchen-Träume erfüllen: In Lebensgröße wird die Welt der berühmten Puppe nachgebaut, mit Cupcake-Küche plus Originalrezepten zum Nachkochen und Riesenschuhschrank gefüllt mit High Heels. Auf Wunsch können sich die Besucher eigene Outfits designen lassen und sogar mit Barbie telefonieren.

Die Event-Agentur EMS Entertainment realisiert das "Barbie The Dreamhouse Experience" und Christoph Rahofer, der Eigentümer, erklärt: "Dahinter steckt sehr viel Liebe zum Detail." Für die Agentur ist es bereits die zweite Ausstellung über die 30-Zentimeter-Puppe. In Wien hatte sie schon 2003 eine Ausstellung von Barbie organisiert. Das Barbie-Haus in Berlin soll ihren Fans - meist Mädchen zwischen drei und 13 Jahren - pures Vergnügen bieten und jegliche rosa Glitzer-Träume erfüllen: "Wir wollen den Fans ermöglichen, einen ganzen Tag im Fantasyleben ihrer Ikone zu verbringen", sagt Rahofer.

Ein Barbie-Haus in diesen Dimensionen ist bisher einzigartig. In Kalifornien wurde 2009 das Schlafzimmer der Superblondine in realer Größe nachgebildet. "Wir freuen uns sehr, dass wir das "Barbie Dreamhouse" in Berlin erstmalig weltweit eröffnen", äußert sich der EMS-Geschäftsführer Thomas Lüdicke. Weitere Stationen sind vermutlich Hannover, Hamburg oder Nürnberg. Zum Eröffnungsabend wurde Prominenz geladen, so beispielsweise Sylvie van der Vaart und im Juli, während der Modewoche, sollen Veranstaltungen im Barbie-Haus stattfinden.

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen: So war die Standortfrage länger unklar, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatte ein Grundstück verweigert. Der Baustadtrat Marc Schulte (SPD) und auch andere Bezirkspolitiker befanden, ein Barbie-Haus passe einfach nicht in die City West. Michael Koschitzki, Mitglied der Jugendorganisation der Linken hingegen fragte bei einer Baustellenbesichtigung: "Finden Sie nicht, dass hier mit Küche, Schminken und Singen ein falsches Frauenbild vermittelt wird?" Darüber hinaus sollen die Betreiber angeblich Schulklassen mit einem vergünstigten Eintrittspreis locken, was einen rein freiwillige Besuch bei Kindern nicht sichert.

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