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Pfusch am Bau: Wie man Baumängeln entgegentreten kann

Der Traum eines jeden Bauherren ist es, sich seine eigenen vier Wände ganz nach eigenem Geschmack und Gutdünken zu konstruieren. Während des Baus einer Immobilie kann es jedoch zu eine Reihe von Problemen kommen, auf die sich der stolze Hausbesitzer schon im Vorfeld einstellen und vorbereitet sein sollte.

Laut einer Umfrage von 1.300 privaten Bauherren sowie einer Analyse von rund 700 Bauprojekten weist jedes neu gebaute Ein- und Zweifamilienhaus durchschnittlich 10 bis 20 Baumängel auf. Feuchte Kellerwände, Mauerrisse und zugige Fenster und Türen sind nur einige von vielen potentiell auftretenden Mängeln in der Bauphase, die der Bauherr im schlimmsten Fall erst bei Einzug bemerkt. Oft sind Auseinandersetzungen zwischen Bauherr und Bauunternehmen dann schon programmiert. Wer sich nicht rechtzeitig über seine Rechte informiert, bleibt im Zweifelsfall auf dem Schaden sitzen.

Ganz wichtig ist es, die Augen vor allem bei der Endabnahme offen zu halten: Sichtbare Mängel am Haus müssen sofort beanstandet werden. Wenn diese nicht im Abnahmeprotokoll festgehalten werden, akzeptiert der Käufer automatisch den Mangel. Später muss das Bauunternehmen dann nichts mehr nachbessern.

Wenn nach dem Einzug Mängel auftreten, so ist zunächst zu klären, ob sich das Bauunternehmen noch in der Gewährleistungszeit befindet. Innerhalb dieses Zeitraums muss es auftretende Mängel kostenfrei beseitigen. Sie beträgt bei einem nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch abgeschlossenen Bauvertrag fünf Jahre, bei einem Vertrag nach der Verdingungsordnung für Bauleistungen nur vier Jahre.

Heutzutage ist es gerade wegen der vielen Regelungen und Gesetze wichtiger denn je, sich über seine Rechte beim Hausbau schon im Vorfeld zu informieren und im Zweifelsfall den Rat eines Experten in Form eines Sachverständigen einzuholen. Für Juristen liegt allgemein dann ein Mangel am Bauwerk vor, wenn eine Eigenschaft der Immobilie "negativ" von den vertraglich festgelegten Vereinbarungen abweicht oder wenn professionelle Regeln der Bautechnik nicht eingehalten wurden.

Leider kommt es dennoch oft zu Auseinandersetzungen bei der Schuldfrage. Deshalb sollten Hauskäufer im Vorfeld schon großen Wert auf eine exakte und unmissverständliche Baubeschreibung legen, die neben der gesamten Ausstattung der Immobilie auch die Qualität und die genaue Art der eingesetzten Materialien aufzeigt.

Quelle: wiwo.de, mdr.de
Bild: ~konny (Flickr)

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