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Per Glücksspiel zum Traumhaus: Hausverlosung

Ein neuer Trend hat sich auf dem Immobilienmarkt in vielen Ländern breit gemacht: Vom Einfamilienhaus zur Prunkvilla werden im Internet sämtliche Eigenheime für maximal 99 Euro pro Los verlost! Häuser, die für den eigentlichen Wert nicht an den Mann zu bringen sind, wechseln per Mouseklick und Lotterieschein den Besitzer.

Immer mehr Immobilienbesitzer klagen über Verkaufsdruck und Rezession. Sie wollen nun mit dem neuen, ungewöhnlichen System, ihr Haus an einen neuen Besitzer zu bringen, der Finanzkrise ein Schnippchen schlagen: Das Eigenheim wird verlost, damit sie sich entschulden können. Dem glücklichen Gewinner winkt für einen geringen Wetteinsatz ein neues, stattliches Zuhause. Dagegen können die Besitzer bei einer Verlosung so viel Geld einstreichen, wie sie benötigen, um die Schulden abzudecken.

Bei der Hauslotterie werden unter notarieller Aufsicht exakt so viele Lose ausgegeben, wie zur Beschaffung des Kapitalbetrags benötigt wird. Die Lospreise bewegen sich dabei meist zwischen umgerechnet 20 und 99 Euro. Das Verfahren läuft recht transparent ab: alle Teilnehmer können sich ihre Gewinnchancen genau ausrechnen und wissen von vorne herein, wie viel Geld der Eigentümer am Ende der Aktion für das Gebäude erzielen wird.

In Großbritannien, Irland, Kanada und Spanien sind bereits Tausende von Immobilien erfolgreich verlost worden. Und in den USA haben Makler die Verlosungen als neue Einnahmequelle entdeckt. Hier mutmaßen Kapitalmarktexperten sogar, ob eine staatliche Immobilien-Lotterie die anhaltende Krise am Eigenheimmarkt nicht sogar schneller beenden könnte.

In Österreich wurden bereits 15 Häuser erfolgreich verlost. Die österreichischen Finanzämter erheben für die Lotterie dabei eine Steuer von insgesamt 15,5 Prozent auf den Gesamterlös und die Grundstücksübertragung.

Nur in Deutschland stellen sich die Behörden noch quer. Eigenheimverlosungen sind generell in Deutschland zum Schutz der Verbraucher nicht zulässig. Außerdem sind Verlosungen über das Internet oder andere Medien rechtlich nicht zulässig, da sie das staatliche Glücksspielmonopol in Deutschland verletzen würden.

Feststeht, dass seit Jahrhunderten schon viele Staaten immer wieder zu Lotteriespielen greifen, um aufkommende Wirtschaftskrisen abzumildern und Infrastrukturprojekte finanzieren zu können. Warten wir es ab!

Quelle: welt.de, oe.24.at
Bild: wolfgangstaudt (Flickr) thomazh (Flickr)

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