Excite

Mietrecht Grundsteuer: Getrennte Abrechnung für gewerbliche und private Nutzer

In vielen Mietshäusern sind heute neben den Wohnungen auch Geschäftsräume eingerichtet. Büros, Ateliers oder kleinere Geschäfte. Wohnen auch Sie in einem solchen Mietshaus, welches auch als Geschäftsgebäude genutzt wird?

Oft ist es ganz praktisch, wenn sich Geschäfte mit im Wohnhaus befinden. So ist tagsüber immer jemand da, der Pakete annehmen kann. Und viele Anwohner pflegen ein gutes Verhältnis zu den gewerblichen Mietern. Doch spätestens bei Ihrer ersten Nebenkostenabrechnung sollten Sie ganz genau hinschauen, ob Ihr Vermieter mit der notwendigen Sorgfalt handelt.

Denn für gewerbliche und private Nutzer gelten unterschiedliche Schlüssel bei der Nebenkostenabrechnung. Klar geregelt im Mietrecht ist, dass die Grundsteuer für private und gewerbliche Nutzer getrennt abgerechnet werden muss.

Sie als Mieter dürfen nicht mit Kosten belastet werden, die durch die gewerbliche Nutzung des Hauses entstehen. Da die Grundsteuer für Gewerbeflächen höher ist, muss Ihr Vermieter die Abrechnung entsprechend aufschlüsseln. Das hat das Oberlandesgericht in Frankfurt klar entschieden (2 / 11 S 55/97), und diese Entscheidung wird heute immer wieder herangezogen.

Übrigens: Auch in anderen Bereichen entstehen durch die gewerbliche Nutzung manchmal höhere Kosten. Befindet sich in Ihrem Haus z.B. eine Praxis oder ähnliches mit viel Publikumsverkehr dann sollten Sie mit Ihrem Vermieter über die Aufteilung der Reinigungskosten für das Treppenhaus sprechen. Oft wünschen gewerbliche Nutzer kürzere Reinigungsintervalle, gleichzeitig erzeugt die gewerbliche Nutzung mehr Schmutz. Daher ist es legitim, wenn Sie als Mieter verlangen, dass die gewerblichen Nutzer einen höheren Anteil an den Reinigungskosten tragen.

 

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017