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Eine Mietminderung wegen Kinderlärm ist so gut wie nie zulässig

Wer direkt neben richtigen Krachmachern lebt, möchte manchmal einfach nur noch weg. Oder doch zumindest die Miete mindern, wenn die einst so schön ruhige Wohngegend plötzlich täglich vom Geschrei eines Kleinkinds gestört wird.

Aber eine Mietminderung wegen Kinderlärm ist so gut wie nie zulässig, denn Kinder machen nun mal Lärm (und Dreck).

Lautstärke als Entwicklungsphase

Kinder machen im Laufe ihres Lebens ganz unterschiedlichen Lärm. Säuglinge und Babys schreien und weinen, weil sie sich noch gar nicht anders ausdrücken können und so auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen. Das bedeutet nicht nur schlaflose Nächte für die Eltern in den ersten paar Monaten, sondern auch regelmäßige Störungen der Nachbarn. Natürlich dürfen Eltern ihr Kind nicht einfach nächtelang durchschreien lassen und selbst mit Ohrenstöpseln weiterschlafen. Aber hier ist wohl eher ein Anruf beim Jugendamt angesagt, als eine Mietminderung.

Wegen Kinderlärm ist diese auch später schlecht durchzusetzen: Kleinkinder sind oft immer noch nicht über die Schreiphase hinweg, kriegen Tobsuchtsanfälle oder Weinen und Brüllen, wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen. Auch hier sollten Eltern natürlich versuchen, die Kleinen zu beruhigen, aber "abschalten" lassen sie sich eben nicht.

Eine nächste Lautstärkequelle sind Kinder, die zwar gerade nicht laut schreien, weil sie sich aufregen, aber vollkommen begeistert spielen. Auch hierbei haben Kinder selbst noch kein Gefühl für den Lärm, den sie veranstalten und müssen ihn auch nicht ständig einschränken. Was also beim Spielen einfach passiert, zum Beispiel, weil ein Kind durch die Wohnung rennt, Geschwister einen "Schwertkampf" nachstellen oder ähnliches, muss ein Nachbar dulden. Insbesondere innerhalb der Ruhezeiten sollte man aber auch schon kleinen Kindern sagen, dass sie sich ruhig beschäftigen müssen und ihnen erklären, dass andere Menschen vermutlich schlafen möchten. In diesem Alter gibt es dann aber auch schon automatische Ruhezeiten, weil die Kinder im Kindergarten sind oder zur Schule gehen.

Kein "unregelmäßiger" Krach

Natürlich können Kinder nicht einfach alles machen, was sie wollen. Ballspielen in der Wohnung bringt nicht nur Gläser in Gefahr, sondern stört auch die Nachbarn: Dribbeln oder Schießen eines Balls bollert oft durch das ganze Haus und ist deswegen keine geeignete Beschäftigung für Kinder oder Erwachsene in Wohnungen.

Oft sollte man aber vor einer Mietminderung wegen Kinderlärm einfach mal mit den Eltern sprechen: Wer nicht weiß, dass die Heizungsrohre das "Klong, Klong", das dem Kind so gefällt, durch das ganze Haus leiten, kann auch nichts dagegen tun.

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