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Miet Mythen - die 10 größten Irrtümer im Mietrecht

Zwischen Mietern und Vermietern kommt es häufig zu Streitigkeiten. Geht es um Mietschulden oder falsche Abrechnungen, sind das eindeutige und berechtigte Gründe. Doch es gibt auch viele Miet Mythen. Die 10 größten Irrtümer im Mietrecht können um zahlreiche andere unrichtige Auffassungen ergänzt werden. Daher sollten Mietvertragsparteien genau über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen.

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Was Mieter und Vermieter wissen sollten

Wird ein Mietvertrag nicht schriftlich geschlossen, ist er unwirksam. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) enthält nur die Regelung, dass für bestimmte Mietverhältnisse die Schriftform für den Vertrag gefordert ist. Werden mündliche Vereinbarungen bei einer Mietdauer von mehr als einem Jahr fristgerecht schriftlich fixiert, gelten sie als für unbestimmte Zeit geschlossen. Für eine Wohnung ohne schriftlichen Mietvertrag gelten dann Kündigungsfristen einer ordentlichen Kündigung gemäß der Frist des § 573c BGB.

Im Fall des Todes von Mieter oder Vermieter endet das Mietverhältnis. Das Gesetz sieht das jedoch anders vor. Nach dem Tod einer Mietvertragspartei wird das Mietverhältnis mit ganz bestimmten Personen weitergeführt. Auf der Vermieterseite treten die Erben die Nachfolge an. Auf der Mieterseite kommen entsprechend einer Rangordnung Mitmieter, Familienangehörige oder die Erben des Verstorbenen infrage. Dem neuen Mieter stehen allerdings Sonderkündigungsrechte zu.

Eine Kündigung wegen Eigenbedarfs darf nur dann erfolgen, wenn der Vermieter eine Notlage geltend machen kann. So hoch sind die Anforderungen des Gesetzgebers nicht. Er schützt durchaus die Eigentumsrechte des Vermieters. So reicht es aus, dass der Vermieter für Familienangehörige oder Angehörige seines Haushalts Wohnraum benötigt.

Wenn der Mieter auszieht, muss er die Wohnung immer renovieren. Eine generelle Endrenovierungspflicht besteht nicht. Sehen Klauseln im Mietvertrag formal Schönheitsreparaturen beziehungsweise eine Endrenovierung vor, ist die Durchsetzbarkeit an den Grad der Abnutzung der Räume gebunden. Der Abnutzungsgrad müsste demnach im Vertrag konkret benannt werden.

Der Mieter erhält die Kündigung, darf die Mietzahlungen einstellen und die Mietkaution abwohnen. Mietkaution und Mietzahlungen sind zwei rechtlich voneinander getrennte Sachverhalte. So sind sie auch zu behandeln. Sollte das Kautionskonto nicht ordnungsgemäß geführt sein, darf der Mieter Mietzahlungen zurückhalten, nicht jedoch verrechnen.

Der Vermieter muss einer Mietvertragsbeendigung zustimmen, wenn der entlassungswillige Mieter drei Nachmieter stellt. Jedes Mietverhältnis endet durch eine Kündigung. Stimmt der Vermieter allerdings einem Mietaufhebungsvertrag zu, kann ein vorzeitiges Ende erreicht werden. Weitere abweichende Regelungen ergeben sich aus einer eventuellen Nachmieterklausel im Mietvertrag.

Als Vermieter muss man einen Zweitschlüssel haben. Das Gesetz bestimmt den Mieter zum alleinigen Besitzer der Mietsache, was ein alleiniges Schlüsselrecht einschließt. Dem Vermieter muss insbesondere in Notfällen ein Zugang ermöglicht werden.

Nach Abschluss des Mietvertrages darf der Mieter zurücktreten, wenn er dies binnen zwei Wochen tut. Auch diese Ansicht ist unzutreffend. Es gibt kein mietvertragliches Kündigungsrecht. Vielmehr sind bei der Kündigung Fristen zu beachten. Gekündigt werden darf allerdings schon vor dem eigentlichen Einzug.

Einmal im Monat darf man eine laute Party feiern. Grundsätzlich gilt die Nachtruhe in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr. Eine Störung ist verboten. Unter Umständen drohen Bußgelder oder die außerordentliche fristlose Kündigung nach Abmahnung.

In Rubrik Miet Mythen - die 10 größten Irrtümer im Mietrecht gehört ebenfalls: Steigt das allgemeine Preisniveau, darf der Vermieter die Miete entsprechend erhöhen. Mieterhöhunge richten sich unter anderen nach dem Mietvertrag, der entweder eine Staffel-oder eine Indexmiete vorsieht. Ein anderer Erhöhungsgrund sind durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen.

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Über durch Gesetze gewährte Rechte informieren

Da sich in der Praxis in den Köpfen von Mieter und Vermieter zahlreiche Irrtümer festgesetzt haben, kommt es einerseits häufig zu Streit zwischen den Mietvertragsparteien. Andererseits führt dieser Umstand dazu, dass vor allem Mieter ihnen durch das Gesetz gewährte Rechte nicht wahrnehmen. Sie unterliegen dem Irrglauben, der Vermieter handle rechtens, und sie geben daher klein bei. Hier reicht oft ein Blick auf Miet Mythen. Die 10 größten Irrtümer im Mietrecht sind nur ein Ausschnitt.

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