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Lärmbelästigung durch Schnarchen ist kein Kündigungsgrund

Lärmbelästigung durch Schnarchen ist kein Kündigungsgrund. Mit dieser Entscheidung wies das Bonner Amtsgericht die Klage eines Ehepaares ab, das von seiner Vermieterin 8500 Euro Schadenersatz forderte, weil ein Schnarcher in der Wohnung unter ihnen sie nächtelang nicht schlafen ließ.

Die Kläger warfen der Vermieterin arglistige Täuschung vor, da sie ausdrücklich nach einer ruhigen Wohnung gesucht hatten. Die Lärmbelästigung durch Schnarchen veranlasste die Mieter nach vier Monaten zu einer fristlosen Kündigung.

Das Amtsgericht entschied jetzt aber, dass schnarchende Nachbarn keinen Kündigungsgrund darstellen. Vielmehr könnten Mieter in einem Mehrparteienhaus nicht erwarten, dass sämtliche Geräusche ausgeschlossen werden. Außerdem bestätigte ein Gutachten, dass das Gründerzeithaus aus dem Jahr 1897 die Schallschutzbestimmungen erfülle.

Daher sei die Vermieterin für die Lärmbelästigung durch Schnarchen nicht verantwortlich zu machen. Die Richter befanden in ihrem Urteil, dass man die Geräusche eines Schnarchers hinnehmen müsse. An diesem Urteil änderte auch nichst, dass ein Sachverständiger bestätigte, dass die tiefen Frequenzen eines Scharchers bei Holzbalkendecken besonders gut weiter geleitet werden. Außerdem habe die Vermieterin die ruhige Lage des Hauses gemeint, als die den Mietern das Haus als 'ruhig' beschrieb.

Mit dem Urteil, dass Lärmbelästigung durch Schnarchen keinen Kündigungsgrund darstellt, gehen die Kläger als Verlierer aus der Verhandlung hervor. Jetzt müssen die Eheleute nicht nur die Kosten des Umzugs und die Maklerprovision selbst tragen, sie müssen auch noch drei Monatsmieten nachzahlen (AZ: AG Bonn 6 C 598/08).

Quelle: n-tv.de, immobilie.com
Bild: Craig Dennis (Flickr)

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