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Landei oder Stadtmensch? - Was das Leben in der Stadt wieder "in" macht

Viele Menschen hegten bis vor wenigen Jahren noch den Wunsch, irgendwann einmal in einem kleinen Häuschen auf dem Land mit Gemüsegarten und viel frischer Luft zu leben. Das eventuelle tägliche Pendeln mit dem Auto in die Stadt und zum weiter entfernten Arbeitsplatz schreckte die wenigsten von der ländlichen Idylle ab.

Außerdem werben die Immobilienmakler mit günstigeren Preisen für Immobilien auf dem Land. Da wäre es auf den ersten Blick ja nur dumm, in der Stadt zu bleiben. Gerade Familien mit Kindern zog es immer mehr in die ländlichen Gefilde, damit auch ihr Nachwuchs in Ruhe und ohne jeglichen Gefahren vor der Haustür spielen konnte.

Der Schein trügt jedoch: Neuste Statistiken und Vergleiche zwischen den Lebenshaltungskosten auf dem Land und in der Stadt haben nämlich ergeben, dass vor allem die steigenden Energie- und Benzinpreise einem buchstäblich einen Strich durch die Rechnung machen können.

Während Landbewohner täglich mit zwei Autos zu ihren Arbeitsplätzen gelangen müssen und bis zu 30 Kilometer oder mehr zurücklegen, braucht man in der Stadt zumeist nur ein Auto, indem die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können, oder man so nah am Arbeitsplatz wohnt, dass man auch zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren kann. Und wer hätte das gedacht? Trotz höherer Immobilienpreise in der Stadt lebt man als Städter in diesem Modell im Durchschnitt ganze 325 Euro günstiger im Monat!

Und gerade in den letzten Jahren ist es wieder zu einer Konzentration hoch qualifizierter Arbeitsplätze in der Stadt gekommen, was ebenso wieder zu einer vermehrten Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum führte. Die Lebensqualität in der Stadt steigt zusehends durch zum Beispiel neu angelegte Parkanlagen und neue Wohnviertel am Stadtrand mit verkehrsberuhigten Straßen und guten Anbindungsmöglichkeiten in die Innenstadt oder zu den Ausgehvierteln. Denn Stadtplaner und Wohnungswirtschaft arbeiten schon lange daran, die Vorstellung vom familienfeindlichen Stadtleben zu korrigieren und ein neues Leitbild des "familien- und kindgerechten Wohnens" für innenstadtnahen Wohnraum zu entwickeln.

Und tatsächlich nehmen die Einwohnerzahlen nach jahrzehntlanger Stadtflucht in einigen Städten bereits wieder zu. Stadtleben wird wieder attraktiv und rentiert sich zudem auf lange Sicht, trotz höherer Immobilienpreise am Anfang.

Quelle: HR online, Sueddeutsche online, Hamburg.de
Bild: sindre-wimberger (Flickr) hochhaus-stadtteile (Flickr)

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