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"Kill Billy": Home24 will Ikea Konkurrenz machen

Sie machen Werbung mit Anti-Ikea-Plakaten und dem Titel "Kill Billy. Garantiert schwedenfrei" - warum? Home24 hat große Pläne: Die Firma will einem der beliebtesten Möbelriesen Deutschlands Konkurrenz machen. Ganz offen. Mit einem Gegenkonzept.

Ein Gang zu Ikea ist meist ein ganztägiger Familienausflug - Frühstück, Mittagessen, stundenlanges Spielen in der Kinderabteilung und Streit in der Küchenabteilung inbegriffen. Home24 will dem ein Ende bereiten und bietet seinen Service ausschließlich online an.

Moment: Möbel online? Da kann man die Couch ja gar nicht Probe sitzen. Laut Domenico Cipolla, dem Chef des Online-Möbelhändlers Home24.de, aber kein Problem - dieses Bedürfnis werde sinken, meint er. Nicht weil Probe sitzen nicht wichtig wäre. Sondern weil der Stresspegel beim Online-Kauf einfach geringer sei. Er beschreibt das so: "Ich kann mir etwas Schöneres vorstellen, als an einen Samstag nach einer anstrengenden Woche 30 Kilometer mit dem Auto ins Umland zu einem Möbelhaus zu düsen. Dort treffe ich dann auf gefühlt Millionen Menschen, die sich durch enge Gänge drängeln." Cipolla beschreibt weiter, wie frustrierend es überdies sei, wenn dann nicht alle gewünschten Artikel vorrätig wären und meint: " ... heute geht’s bequemer, stressfrei – online." und geht in seinen Ausführungen sogar noch weiter: "Der Kunde ist der Leidtragende des traditionellen Möbelhandels." Ein gutes Beispiel seien die Möbellieferungen, welche der Kunde bei klassischen Möbelhäusern auch noch noch "üppig" bezahlen müsse. "Home 24 ist der junge Rebell, der Schwung in den Markt bringt und bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht. Wir liefern kostenlos und setzen damit einen neuen Standard."

Unrecht hat Cipolla in diesem Punkt nicht - aber kann Home24 mit diesem Konzept wirklich überzeugen? Um dem Kunden die Auswahl und den Kauf leichter zu machen, setzt man auf neue Technologien. So sollen es bestimmte Apps ermöglichen, selbst Innearchitekt zu spielen. Satt Probe sitzen kann man die gewünschten Möbelstücke via Mausklick in die eigene Wohnung projizieren. Noch arbeitet Home24 daran - Details werden nicht verraten.

Neuer IKEA-Katalog 2015

Und nochmal zurück zum Werbespruch "Kill Billy" - wieso ausgerechnet Konkurrenz zu Ikea? Der Chef von Home24 beschreibt sein Team als jung und engagiert, "...das auch mal etwas augenzwinkernd kommentiert." Und daher komme dieses "Kill Billy", eine Anspielung das Billy-Regal, den Verkaufsschlager von Ikea. Ikea sei aber kein Feind in dem Sinne. Viel mehr wolle man die Marke Home24 noch bekannter machen. Und ähnlich wie bei Ikea baue man auf Eigenmarken und auf preisgünstiges und puristisches Design.

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