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Jobcenter verlangt Umzug? Das müssen Sie jetzt wissen

In einigen Fällen verlangt das Jobcenter von ALGII-Empfängern, dass sie umziehen. Denn wer "Hartz IV" bekommt, bekommt auch die Miete vom Jobcenter überwiesen und wenn diese die örtlich üblichen Grenzen übersteigt, sollen diese höheren Kosten vom Arbeitsamt/Jobcenter/Staat nicht getragen werden. Die Grenzen bestimmen sich nach den ortsüblichen Kosten einer Wohnung mit ca. 45qm für eine Einzelperson – ist eine Wohnung größer aber günstiger, ist ein Umzug nicht notwendig.

Umzugskosten

Wenn das Jobcenter einen Umzug verlangt, kann man dem zunächst widersprechen, wenn man einen guten Grund geltend machen kann. All diese Gründe sind aber nicht einfach nur durch Behauptungen zu belegen, sondern auch durch entsprechende Gutachten oder Atteste. Zu den "guten Gründen" zählen die Krankheit oder Behinderung eines Bewohners, die den Umzug unmöglich macht. Chronische Krankheiten können dabei auch beispielsweise Depressionen oder Angstzustände sein, die sich durch den Wohnungswechsel wieder verschlimmern würden.

Wenn diese Varianten aber nicht zutreffen, muss man eine neue Wohnung suchen. Dabei gilt ähnlich wie bei der Jobsuche, dass der Betroffene selbst suchen muss und diese Bemühungen auch nachweisen können sollte. Insbesondere, weil die Kosten für die Wohnungssuche (Preis von Zeitungen, Internetzugang eigens zur Wohnungssuche, Telefonanrufe) vom Jobcenter übernommen werden müssen.

Außerdem müssen die Kosten des Umzugs von Jobcenter übernommen werden. Dabei sind alle notwendigen Kosten eingeschlossen, insbesondere also beispielsweise das Beauftragen einer Umzugsfirma, wenn man den Umzug nicht allein regeln kann. Einem Urteil von Dezember 2014 zufolge gehören zu diesen Kosten auch sogenannte Rückbaukosten an der alten Wohnung wie das Entfernen von Holzverkleidungen, Fliesen, Einbauböden oder ähnlichem.

Darüber hinaus wird in bestimmten auch der Aufbau der Möbel in der neuen Wohnung bezahlt – dafür müssen die Möbel aber auch nach dem ersten Kauf bereits von Profis aufgebaut worden sein.

Kosten vergleichen

Es kann sich lohnen, all diese Umzugskosten vor einem Umzug zu berechnen und dem Sachbearbeiter vorzulegen. Vor allem, wenn Sie nicht davon ausgehen müssen, langfristig auf die Unterstützung angewiesen zu sein, rentiert sich der Umzug oft gar nicht für das Jobcenter.Reduziert sich beispielsweise die Kaltmiete durch den Umzug um 50 Euro, dauert es immerhin fast zwei Jahre, bis sich Rückbaukosten in Höhe von 1000 Euro lohnen.

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