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In der umgebauten Kuchenmühle wird ein Stück Thonet-Firmengeschichte lebendig

Peter Thonet, Ururenkel des berühmten Sesselpioniers Michael Thonet lebt seit 15 Jahren mit Frau Vivie und Sohn Moritz in einer rund 150 Jahre alten Mühle in Hessen und leitet von da aus mit seinen Brüdern Claus und Philipp das Familienunternehmen. Die alte Kuchenmühle in Frankenberg hat eine ebenso bewegte Geschichte wie das Unternehmen Thonet.

Zwölf Kilometer östlich der hessischen Kleinstadt Frankenberg stand dort, wo heute die Kuchenmühle steht, bereits die Mittelmühle. Im Jahr 1856 legte der Lohnmüller Simon Kuche den Grundstein zum heutigen, größeren Gebäude. Nur drei Jahre später gelang Michael Thonet in Wien mit dem Bugholzstuhl Nr.14 der große Durchbruch. Bis heute wurde der sogenannte "Wiener Caféhaus-Stuhl" weltweit über 60 Millionen mal verkauft.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Firmensitz der Thonets ins nordhessische Frankenberg verlegt, wo Georg Thonet, Urenkel des Firmengründers, das völlig zerstörte Werk wieder aufbaute. So kam dann auch Peter Thonet mit seiner Familie nach Frankenberg, wo er in der alten Kuchenmühle, umgeben von zahlreichen Bugholzmöbeln wohnt.

Die Mühle ist schon lange stillgelegt, schon seit den 1960er Jahren ist das Klappern des Mühlrads nicht mehr zu hören. Der kleine Mühlbach, die Lengel, die früher direkt am Haus vorbei floß, fließt heute 50 Meter weiter unten. Da, wo einst das auffallend große Rad klapperte, befindet sich heute eine gemauerte Terrasse, die der Familie Thonet mit zwei gemütlichen Sonnenbetten, einem Holztisch, einer Bank und vier Stühlen, einen Platz zum Ausruhen bietet.

Im Haus ist das Thonet-Erbe allgegenwärtig. Im Speisezimmer stehen im einen Tisch aus der aktuellen Thonet-Kollektion originale Bugholzstühle der Serie Nr.4, mit denen Michael Thonet einst das Wiener Kaffeehaus Daum ausstattete und eine Goldmedaille bei der Weltausstellung 1851 gewann. Auch im Wohnzimmer befindet sich mit einem Stahlrohrsofa aus den 1930er ein Stück aus der Thonet-Designgeschichte.

Der ehemalige Kornspeicher der Mühle wurde zur Wohnküche umgebaut. Auch hier stehen um einen großen Holztisch mit Granitplatte Stühle aus dem Hause Thonet. Dabei handelt es sich um die Reedition eines Entwurfs aus dem Jahre 1930. Fast könnte man meinen, dass die alte Kuchenmühle zum Museum Thonet gehört, das sich ebenfalls in Frankenberg befindet. Auf jeden Fall sieht man hier die Verbundenheit Thonets mit dem Unternehmen, das wohl auch in den nächsten Generationen in Familienbesitz bleiben wird.

Quelle: diepresse.com, highlights-magazin.de
Bild: Thonet

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