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Immofonds - Idee der täglichen Verfügbarkeit ist gescheitert

Bei geschlossenen Immobilienfonds kommt es immer wieder zu bösen Überraschungen für die Anleger. Vor den Risiken überteuerter oder schlecht gemanagter Immobilien wird immer wieder gewarnt. Doch auch bei einem Investment in offene Immofonds, oftmals gepriesen als absolut sichere Kapitalanlage, sind Anleger nicht gänzlich sorgenfrei. Anlageberatern sind Risiken in der Immobilienbranche längst bekannt. Im Schadensfall aufgrund von Falschberatung sind dennoch immer die Anleger in der Beweispflicht.

Ab 2013 weitere Einschränkungen bei der Verfügbarkeit

Das Hauptproblem besteht darin, dass diese Immobilienanlage mit täglicher Verfügbarkeit bei einem massenhaften Kapitalabzug, wie während und nach der Immobilienkrise von 2009 geschehen, Anlegern durchaus massive Verluste bescheren kann. Durch eine Schließung der Immofonds kann zusätzlich die Verfügbarkeit stark eingeschränkt sein.

Anleger müssen längere Zeit auf Rückzahlungen warten. Diese fallen dann im schlimmsten Fall auch noch weit niedriger aus als die Einzahlungen zu Beginn des Investments. Ein Abwicklungszeitraum kann bis zu fünf Jahre betragen, wobei es jährlich zu bestimmten Auszahlungen kommen kann.

Anleger können von der Abwicklung betroffene Fonds an der Börse verkaufen. Wenn der Verkauf des Fondsvermögens gut läuft und Verluste gering ausfallen, wäre das wahrscheinlich nur die zweitbeste Lösung. Die Branche hat das Problem erkannt und entsprechend reagiert.

Experten vertreten die Meinung, dass offene Immofonds weiterhin eine sinnvolle Kapitalanlage für private Anleger sind. Die Idee der täglichen Verfügbarkeit ist allerdings gescheitert. Keine Fondsgesellschaft verkraftet es, wenn sehr viele Anleger plötzlich ihre Anteile verkaufen. Damit Anleger Geld zurück haben können, müsste die Gesellschaft Immobilien notfalls um jeden Preis verkaufen. Doch das ist ohne Wertverluste nicht möglich.

Um künftig eine Krise der offenen Immobilienfonds zu vermeiden, dürfen Anleger nur noch halbjährlich über 30.000 Euro verfügen. Darüber liegende Beträge sind an eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten gebunden. Beim Neukauf von offenen Immobilienfonds muss ab 2013 generell eine Mindesthaltefrist von 24 Monaten eingehalten werden. Die Anzahl der Auszahlungen können Fondsgesellschaften durch spezielle Regelungen einschränken.

Abwicklung über mehrere Jahre nimmt Druck von Fondsgesellschaften

Wenn offene Immofonds Liquiditätsprobleme haben oder abgewickelt werden, stehen die Fonds unter Druck. Interessierte Käufer wissen, dass Immobilien verkauft werden müssen. Damit ist auch klar, dass die Verkäufer in einer schlechten Position sind und die Käufer hier die Preise diktieren. Erfolgt die Abwicklung über einen langen Zeitraum kann das den Druck von Gesellschaften nehmen und die Verkaufspreise günstiger gestalten.

Anleger sollten nicht allein auf offene Immobilienfonds oder gar einen einzigen setzen. Anleihen und Aktien sind weitere Anlageklassen, die in einem Anlagedepot Berücksichtigung finden sollten, um mögliche Risiken zu streuen.

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