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Vom Arbeiterviertel zum Szeneviertel: Der Kölner Stadtteil Ehrenfeld

Prognosen zufolge wird die Einwohnerzahl Kölns bis 2025 weiter zunehmen, das bedeutet auch Veränderungen auf dem Immobilienmarkt Köln. Besonders groß sind die Veränderungen im Stadtteil Ehrenfeld, das sich in den letzten Jahren vom Arbeiterviertel in ein Szeneviertel verwandelt hat.

In den 1990er Jahren zogen günstige Mietpreise in sanierungsbedürftigen Gebäuden Studenten und Künstler in das ehemalige Arbeiterviertel Ehrenfeld, wo Industriedenkmäler wie der Heliosturm oder der Wasserturm der ehemaligen Vereinigten Deutschen Metallwarenfabriken noch an die industrielle Vergangenheit des Stadtteils erinnern. Nach und nach wurden die brachliegenden Industrieruinen zu unkonventionellen Locations für kulturelle Veranstaltungen.

So entstanden im Szeneviertel Ehrenfeld immer mehr Kunstateliers, Theater, Konzert- Ausstellungs- und Discohallen. Doch mit dem Umbruch im Stadtteil Ehrenfeld gehen auch einige unerwünschte Veränderungen einher. 'Schon jetzt gehören die Quadratmeterpreise zum oberen Durchschnitt in Köln', sagt Roland Kampmeyer, Sprecher der Kölner Immobilienbörse.

Das liegt daran, dass das trendige Ausgehviertel in Innenstadtnähe durch die vielen freiliegenden Flächen und die gute Anbindung an das Auto- und U-Bahn-Netz wie ein Magnet auf Investoren wirkt. Die wachsende Nachfrage auf dem Immobilienmarkt Köln, die Anne Luise Müller, die Leiterin des Stadtplanungsamts Köln auf etwa 3000 neue Wohnungen pro Jahr schätzt, tun das ihre.

So entstehen im Szeneviertel Ehrenfeld immer mehr Gewerbe- und Wohnimmobilien. In Kürze soll auf dem Helios-Gelände auch ein Einkaufzentrum errichtet werden. Doch dagegen wehren sich die Bürger vehement. Die Bürgerinitiative Helios will verhindern, dass die alternative Subkultur kommerziellen Interessen weichen muss und nach und nach aus dem Szeneviertel Ehrenfeld vertrieben wird.

Quelle: faz.net, koeln-magazin.info
Bild: von Büsenfeld (Flickr)

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