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Immobilienkauf steht hoch im Kurs

Nicht nur in den Metropolen, sondern auch in der deutschen Provinz ist ein Trend zur Investition in Immobilien zu verzeichnen. Die enorm gestiegene Häusernachfrage kann kaum noch gedeckt werden – besonders Objekte, die Qualitätsansprüchen entsprechen sind rar. Im Vergleich zu Selbstnutzern ist dabei der Anteil von Kapitalanlegern um 15 Prozent gestiegen.

Der Hintergrund in dieser stark steigenden Nachfrage liegt in der Unsicherheit anderer Kapitalanlagen: Gold bringt keine Zinsen, Staatsanleihen werden fragwürdig, Aktienmärkte brechen zusammen. Das sonst häufig genannte Ausschlusskriterium für Immobilienkäufe, die Rendite, wird dadurch zweitrangig: In München liegt der Kaufpreis für Mehrfamilienhäuser zur Zeit bei etwa dem 21- bis 25-fachen der Nettokaltmiete. Zum Vergleich: Traditionell wird in der Branche mit dem 10- bis 12-fachen der Nettokaltmiete gerechnet. Entsprechend halbiert sich die Rendite für den Investor auf rund 3 Prozent vor Steuern.

Trotz der geringen Verzinsung laufen die Geschäfte in der Immobilienbranche sehr gut. Einziges Problem: Es fehlt an geeigneten Objekten. Die für Kapitalanleger interessanten Mehrfamilienhäuser, die auch Zinshäuser genannt werden, sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden um die Nachfrage zu decken. Entsprechend werden vermehrt Studentenwohnheime gekauft – oder ein Anleger kauft mehrere Eigentumswohnungen, wenn das ganze Haus nicht zur Verfügung steht.

Die gestiegenen Immobilienpreise haben bisher weniger als üblich dazu geführt, dass Kapitalanleger ihre Objekte vermehrt verkaufen. Der Hintergrund dafür liegt nicht in einer Spekulation auf noch höhere Preise, sondern vielmehr in der Unsicherheit der Wiederanlage – Anleger haben Angst vor einer weiteren Geldentwertung. Diese Umstände führen dazu, dass Makler derzeit sogar mit ihren Problemimmobilien Spitzenpreise erzielen.

Quelle: wirtschaft.t-online.de

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