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Bundesregierung plant Mindesthaltefristen für Immobilienfonds

Lange Zeit galten Immobilienfonds als sichere und risikolose Geldanlage, doch dann gerieten zahlreiche Fonds in Probleme, weil zu viele Anleger auf einmal ihre Anteilsscheine verkaufen wollten. Die Anbieter gerieten in Liquiditätsnöte und eine ganze Reihe von Immobilienfonds wurden eingefroren. Um das Problem dauerhaft zu lösen bastelt die Bundesregierung derzeit an neuen Regelungen.

Während immer noch offene Immobilienfonds im Wert von rund drei Milliarden Euro in Dach- und Mischfonds schlummern, versucht die Bundesregierung das Problem langfristig mit neuen Regelungen zu lösen.

Mindesthaltefristen für Immobilienfonds sollen demnach künftig massive Anteilrückgaben wie nach Beginn der Finanzkrise verhindern. Neben einer Mindesthaltefrist von zwei Jahren sollen Anleger, die ihre Anteile an Immobilienfonds im dritten Jahr verkaufen, einen Abschlag von zehn Prozent des Anteilswerts hinnehmen müssen. Im vierten Jahr soll der Abschlag immerhin noch fünf Prozent betragen.

Neben den Mindesthaltefristen für Immobilienfonds plant die Bundesregierung nach Informationen des Handelsblatts, den Anlegern künftig zu verbieten, mehr als 30.000 Euro pro Halbjahr aus dem Fonds abzuziehen. Wer über 30.000 Euro pro Halbjahr abziehen will, soll ab 2012 eine einjährige Kündigungsfrist einhalten müssen.

Ob die neuen Regelungen die Probleme der Immobilienfonds tatsächlich beheben können, bleibt abzuwarten, vor allem wenn man bedenkt, dass nach einer Erhebung der Ratingagentur Scope, die durchschnittliche Beteiligungssumme in vielen offenen Immobilienfonds bei 30.000 Euro liegt. Ein früherer Vorschlag hatte vorgesehen, eine Verfügbarkeit von 5.000 Euro pro Monat zu genehmigen, so dass die Fondsgesellschaften zumindest einen zeitlichen Vorteil gehabt hätten.

Quelle: n-tv.de, wallstreet-online.de
Bild: Mispahn (Flickr)

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