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Immobilien-Schenkungssteuer - Freibetrag abhängig vom Verwandtschaftsgrad

Wer eine Immobilie oder Geldvermögen erbt oder im Rahmen einer Schenkung erhält, unterliegt der Steuerpflicht. Aus juristischer Sicht gelten Schenkungen und Erbschaften als Erwerb. Dieser ist steuerpflichtig. Die Steuergesetzgebung behandelt seit 2009 ererbtes oder geschenktes Vermögen in gleicher Weise. So zahlt man auf ererbtes Vermögen eine Erbschaftssteuer, auf geschenkte Immobilien eine Schenkungssteuer. Ein Freibetrag gilt abhängig vom Verwandtschaftsgrad. Restliches Vermögen wird unter Zugrundelegung einer Steuerklasse I bis III versteuert.

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Schenkungswert und Steuerklasse bestimmen Steuerhöhe

Die Schenkung von Immobilien, Wertgegenständen oder Bankguthaben unterliegt der Schenkungssteuer. Der Beschenkte muss dies beim Fiskus anzeigen. Steuern zahlen bedeutet das nicht in jedem Fall, weil sowohl für Geldvermögen oder die teure Münzsammlung als auch für Immobilien ein Schenkungssteuer-Freibetrag gilt.

Die Höhe des Freibetrages bestimmen unterschiedliche Faktoren, zum Beispiel die Zuteilung zu einer von drei möglichen Steuerklassen. Diese Zuteilung bestimmt der Verwandtschaftsgrad zwischen Geber und Empfänger der Schenkung. Der Schenkungswert oberhalb des Freibetrages wird anhand einer Steuertabelle entsprechend der Steuerklasse versteuert. Werden 100 000 Euro verschenkt, ist das gleichzeitig der Schwenkungswert. Bei Immobilien ist das nicht so einfach. Um den Marktwert einer geschenkten Wohnung oder eines Grundstückes festzustellen, bedarf es einer gesonderten Verkehrswertermittlung gemäß Baugesetzbuch.

Das Verschenken von Vermögen oder Immobilien an nahe Verwandte lohnt sich, wenn die beschenkten Personen der Steuerklasse I zuzuordnen sind. Für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner beträgt der Freibetrag seit der Erbschaftssteuerreform 500 000 Euro, 400 000 Euro für Kinder und 200 000 Euro für Enkel. Für Eltern, Schwiegereltern oder geschiedene Ehepartner gilt die Steuerklasse II und ein Freibetrag von 20 000 Euro. Empfänger ohne verwandtschaftliche Beziehungen zum Schenker, werden der Steuerklasse III zugeordnet. Ihr Freibetrag beträgt 20 000 Euro. Der Steuersatz gegenüber der Steuerklasse II ist jedoch höher.

Steuerregelungen für Erbschaften gelten auch für Schenkungen bis auf wenige Ausnahmen. So kann der im Erbfall für Ehegatten und Kinder geltende Versorgungsfreibetrag bei Schenkungen nicht beansprucht werden. Eine Abweichung gibt es auch bei den Steuerklassen. Während Eltern und Großeltern bei Erbschaften zur Steuerklasse I gehören und daher einen Freibetrag von 100 000 Euro beanspruchen können, zählen sie bei einer Schenkung zur Steuerklasse II. In diesem Fall beträgt der Freibetrag nur noch 20 000 Euro. Wenn zwischen einer jeden Schenkung mindestens zehn Jahre liegen, kann der Freibetrag mehrfach beansprucht werden. Bei der Erbschaftssteuer ist lediglich eine einmalige Inanspruchnahme, im Falle des Todes des Erblassers, möglich.

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Großen Vermögen schenken und mehrmals Steuern sparen

Vorausschauende Erblasser können mit Schenkungen zu Lebzeiten die Steuerlast ihrer Erben mildern. Erfolgen Schenkungen von Geld- oder Grundvermögen innerhalb bestimmter Freigrenzen, bleibt das Ganze steuerfrei. Wird beim Schenken von Immobilien der Schenkungssteuer-Freibetrag beziehungsweise der persönliche Freibetrag überschritten, muss der übersteigende Betrag entsprechend der Steuerklasse und des Steuersatzes versteuert werden. Eine zeitlich aufgeteilte Schenkung großer Vermögen kann sinnvoll sein, weil nach zehn Jahren eine erneut Ausschöpfung des Freibetrages erlaubt ist.

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