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Im Schatten der Bausparmodelle: "Wohn-Riestern" mit Durchblick

Bausparkassen locken mit dem neuen Bausparmodell des Wohn-Riester und hoffen so auf den nächsten Bauboom. Allerdings hat das Sparmodell einige Haken, über die man sich vor Abschluss eines Vertrages genau im Klaren sein sollte.

Mit dem neuen Eigenheimrentengesetz fördert der Staat den Kauf oder den Bau selbst genutzter Wohnimmobilien im Rahmen der privaten Altersvorsorge. Denn wer später keine Miete mehr zahlen muss, der braucht im Alter weniger Geld! Bauspar- und Darlehensverträge gehören daher künftig zu den staatlich geförderten Produkten.

Durch das neue Sparmodell sollen Sparer ihren Alterswohnsitz schneller abzahlen, und die Rente wird nicht durch monatliche Zinsraten geschmälert. Das angesparte Kapital kann künftig komplett oder maximal bis zu 75 Prozent der Summe für den Kauf oder Bau einer Immobilie einsetzt werden. Desweiteren können Bauherren die staatlichen Zuschüsse direkt zur Tilgung Ihres Darlehens verwenden.

Die Zulagen für Erwachsene wurden 2008 von 114 auf 154 Euro und für Kinder von 138 auf 185 Euro erhöht. Für Nachwuchs, der ab 2008 geboren wird, gibt es sogar 300 Euro dazu! Aufwendungen für die Riester-Rente können dann am Jahresende als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Für Jugendliche unter 25 Jahren gibt es außerdem bei Vertragsabschluss einen Berufsanfängerbonus von 200 Euro.

Was zunächst verlockend klingt, hat allerdings auch Haken: Schon in der Theorie ist die Riester-Förderung kompliziert und die Besteuerung schwer zu erklären. Außerdem ist das Sparmodell des Wohn-Riester sehr stark zweckgebunden. Die Zulagen werden nur gegeben, wenn man sich eher später zu einem Hauskauf entscheidet oder umbauen will. Wer die Sparguthaben aus Bausparverträgen nicht in wohnungswirtschaftliche Maßnahmen steckt, der muss den staatlichen Geldsegen vollständig zurückzahlen!

Außerdem muss die Immobilie selbst genutzt werden und darf zum Beispiel nicht untervermietet werden. Auch dies ist eine gehörige Einschränkung für den Immobiliensparer, der die Riester-geförderte Immobilie als Hauptwohnsitz nutzen muss. Eine Ferienwohnung im Ausland oder ein Altersdomizil außerhalb Deutschlands ist laut Gesetzentwurf ebenso nicht förderfähig. Wenn der Sparer das Riester-Objekt innerhalb der ersten zehn Jahre nach Eintritt im Ruhestand verkauft, sieht das Gesetz sogar eine Strafsteuer vor.

Quelle: handelsblatt.com, focus.de
Bild: matze_ott (Flickr) ida und bent (Flickr)

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