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Hausbesetzungen in Amsterdam sollen verboten werden

In Amsterdam ist es nicht leicht eine Wohnung zu finden – viele Menschen nehmen sich deshalb einfach eine. Während das bisher legal war, sollen Hausbesetzungen in Amsterdam künftig gesetzlich verboten werden.

Der Immobilienmarkt in Amsterdam sieht so aus: Obwohl viele Immobilien leer stehen, steigen die Mieten ständig. Spekulanten kaufen Gebäude und lassen sie dann jahrelang leer stehen, nur um sie später zu höheren Preisen wieder zu verkaufen. Andere sanieren die Häuser so lange, bis die Wohnungen für Mieter zu teuer sind. Diese Situation hat dazu geführt, dass Hausbesetzungen jahrelang zum Wohnungmarkt in Amsterdam dazu gehörten. Die Hausbesetzer, die man in Amsterdam Squatter nennt, gehören zur alternativen Szene, die Amsterdam in die bunte Stadt verwandelt, die Millionen von Besucher kennen.

Doch jetzt sollen Hausbesetzungen in Amsterdam gesetzlich verboten werden. 'Hände weg vom Eigentum anderer Leute', lautet die Devise von Brigitte van der Burg, deren rechtsliberale Patrei für Freiheit und Demokratie im Juni bei den Wahlen die meisten Stimmen erhielt. Sie hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, nachdem ab Oktober Hausbesetzer mit bis zu 32 Monaten Haft rechnen müssen.

Doch die Mehrheit der Amsterdamer steht hinter den Hausbesetzern. Denn auch wenn einige von ihnen angeblich Krach und Chaos bringen, kümmern sich andere Squatter um die Instandhaltung der Häuser oder retten sie sogar vor dem Abriss. Auf diese Weise stellen Hausbesetzungen in Amsterdam einen festen Bestandteil des Immobilienmarkts dar. Wie sich das Stadtbild durch das neue Gesetz verändern wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: zeit.de, wdr.de
Bild: Guillermo Ramírez (Flickr)

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