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Grundsteuer nach Fläche berechnen: Reformpläne für die Grundsteuer

Ein Reformplan der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sieht vor, die Grundsteuer nach Fläche zu berechnen, statt wie bisher den Wert eines Grundstücks als Basis für die Grundsteuer heranzuziehen.

Eine Reform der Grundsteuer ist nötig, da der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 30.Juni 2010 erklärt hatte, dass es gegen das Gleichheitsgebot verstoße, wenn der Gesetzgeber nicht endlich die Grundsteuer reformiere. Darin heißt es, dass es nicht länger hinzunehmen sei, dass die Bemessung von Immobilienvermögen in den alten Bundesländern auf dem Stand von 1964 festgeschrieben sei und in den neuen sogar von 1935 (Az.: II R 60/08).

Jetzt machen die drei Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Hessen den Vorschlag, allein die Grundstücksgröße und den Umfang der Wohnfläche zur Grundlage der Grundsteuer zu machen. Doch die meisten übrigen Bundesländer sind dagegen, die Grundsteuer nach Fläche zu berechnen und wollen statt dessen dem Marktwert der Immobilien als Basis heranziehen.

Der vorgelegte Reformvorschlag der drei Minister sieht vor, dass künftig für Wohngebäude 20 Cent je Quadratmeter und Etage berechnet werden sollen, plus 2 Cent je Quadratmeter des Grundstücks. Für andere Gebäude, wie Gewerbebetriebe, sollen 40 Cent je Quadratmeter anfallen.

Der Vorschlag, die Grundsteuer nach Fläche zu berechnen würde auch eine erhebliche Vereinfachung der Berechnung der Grundsteuer bedeuten. Statt wie bisher aufwendig die aktuellen Bodenwerte eines Grundstücks zu ermitteln, könnte die Grundsteuer nach dem neuen Modell in neun von zehn Fällen 'vollautomatisiert' festgesetzt werden. Weitere Vorteile des Modells, die Grundsteuer nach Fläche zu berechnen liegen in der größeren Transparenz für den Bürger und darin, dass es keine Schwankungen im Steueraufkommen mehr geben würde. Die Umsetzung erfolgt allerdings frühestens 2012.

Quelle: faz.net, finanztip.de
Bild: Thorben Wengert, Marko Greitschus (Pixelio)

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