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Gewährleistungsfrist für Baumängel ist gesetzlich geregelt

Der Erwerb eines neuen Eigenheimes oder eine Gebäuderenovierung kann bei Baumängeln schnell durch Enttäuschung und Ratlosigkeit getrübt werden. Trotz einer gesetzlichen Gewährleistungsfrist für Baumängel reagieren einige der beauftragten Unternehmen nicht auf Mängelrügen. Andere Firmen versuchen mit besonders technischen Ausführungen, sich einer Verantwortung zu entziehen. Versteckte Mängel sind zudem für Laien nicht oder erst nach einiger Zeit erkennbar.

Rechtsansprüche vor der Verjährung schützen

In Sachen Baumängel kommt es darauf an, die richtigen Schritte zu setzen. Betrachtet werden muss, wer der Vertragspartner ist und für eine Mängelbehebung in Anspruch genommen werden kann. In jedem Fall muss der Vertragspartner in der Gewährleistungsfrist für Baumängel verantwortlich gemacht werden und nicht etwa ein Subunternehmer.

Bei einem Wohnungskauf steht ausschließlich der Bauträger nicht ein einzelner Handwerker in der Gewährleistungspflicht. Ausnahmen können sein, wenn ein konkretes Gewerk für die Mängel verantwortlich zeichnet. In zahlreichen Fällen folgt Baumängeln die Insolvenzerklärung des Gewährleistungspflichtigen. Vor dem Vertragsabschluss lohnt sich eine Bonitätsprüfung des Vertragspartners.

Rechtsansprüche für Baumängel können verjähren. Für Bauwerke beträgt die Verjährungsfrist vier Jahre. Bei Arbeiten an einem Grundstück verjähren gilt eine Frist von zwei Jahren. Schadenersatzansprüche verjähren ab Kenntnis von Schaden und Schadensverursacher. Das bedeutet, dass auch nach Ablauf der Gewährleistungsfrist eine Mängelbeseitigung gefordert werden kann. Der Schädiger muss bei einer Verweigerung beweisen, dass er an den festgestellten Mängeln nicht Schuld hat.

Die häufigste Streitfrage zwischen den Parteien, dreht sich darum, inwieweit das erstellte Bauwerk Mängel aufweist. In engem Zusammenhang steht dabei das Problem, wer den Beweis für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein der Mängel erbringen muss. Generell kehrt sich eine Beweislast mit der Abnahme um.

Bei der Abnahme muss der Auftragnehmer seine Kunden von der Mängelfreiheit überzeugen. Gelingt ihm das, geht die Beweislast auf den Auftraggeber über. Wenn der Auftraggeber bei Abnahme bestimmte Mängel rügt und eine Geltendmachung von Ansprüchen ankündigt, bleibt der Auftragnehmer weiter in der Pflicht zur Beweislast.

Beweise notfalls durch Einschaltung des Gerichts sichern

Um eine Gewährleistungsfrist für Baumängel für Schadensersatzansprüche nutzen zu können, müssen Beweise gesichert werden. Geeignet sind solche Mittel wie Schadensbilder und außergerichtliche Gutachten. Auch eine Beweissicherung auf gerichtlichem Weg ist dann notwendig, wenn eine Schadenszunahme, Beweisvernichtung oder die Gefahr von Bauverzögerung zu befürchten ist. Um einen Auftragnehmer unter Druck zu setzen, ist die Zurückhaltung von Werklohn eine wirksame Methode. Kommt es nicht zu einer Mängelbeseitigung kann auch ein Preisminderungsanspruch oder die Geltendmachung eigener Mängelbehebungskosten durchgesetzt werden.

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