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Der moderne Gartenzwerg ist aus Plastik

Was glauben Sie, wie könnte ein typischer Mensch aussehen, der sich Gartenzwerge in seinen Vorgarten stellt? Welche Charaktereigenschaften würden Sie ihm zuschreiben? Vielen Menschen fällt hierbei sofort ein, dass Gartenzwerge quasi ein Sinnbild des Spießbürgertums seien. Häufig wird mit den kleinen Skulpturen der "kleine Mann" aus der der Vorstadt assoziiert. Doch genau das ist längst Schnee von gestern.

Der Gartenzwerg erlebte eine kleine Revolution in den Neunziger Jahren. Wahrscheinlich werden auch Sie sich noch daran erinnern, als auf einmal in immer mehr Gärten aber auch innerhalb des Hauses die kleinen Plastiken zu finden waren. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit gehört Sie auch zu denjenigen, die zunächst relativ überrascht bis hin zu schockiert waren über die Motivwahl der ursprünglich "artigen" Zeitgenossen.

So gab es nicht mehr nur den süßen Mann mit Rauschebart und verschmitztem Lächeln, der meist aus Ton gefertigt wurde. Nein, auf einmal bestand der Gartenzwerg aus Plastik und wirkte alles andere als süß. Viele der Figuren dienten dazu das Spießbürgertum, aus dem sie ursprünglich entwuchsen, zu provozieren und zu verärgern. So fanden sich neben unfreundlich schauenden Zwergen auch frivole Darstellungen.

Die lange Tradition der ausschließlich männlichen Figuren wurde gebrochen und es wurden Zwergen-Damen entwickelt, die sich in schlüpfrigen Posen in den Schrebergarten eingerichtet haben. Aber auch morbide Fantasien wurden an den eigentlich unschuldigen Figürchen ausgelebt. Dahingehend sehr beliebt ist der Gartenzwerg aus Plastik, der ein Messer im Rücken stecken hat.

 

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