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Flaute auf Vaters Staats Immobilienmarkt: Verkauf von Bundesimmobilien

Nach Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima)dürfte es dieses Jahr schwierig werden, den Haushaltsplan durch den Verkauf von Bundesimmobilien in den Zeiten der Konjunkturflaute weiter anzukurbeln.

Durch das Fehlen von effektiven Finanzierungsmöglichkeiten und eine schwammige Prognose, wie sich die Immobilien auf dem Markt entwickeln werden, schrecken viele potenzielle Kaufinteressierte vor einer endgültigen Vertragsunterschreibung zurück. Durch die Wirtschaftskrise spekulieren freilich viele Immobilienkäufer auch auf eine Zurücknahme der Preisvorstellungen von Seiten des Bundes und warten lieber erst einmal ab...

Da die Zielvorstellungen des Bundeshaushaltsplans und die Bilanzierungspflicht jedoch eingehalten werden sollten, sieht die Bima vorerst von einer Preissenkung ab, da die Objekte möglichst wirtschaftlich an den Mann gebracht werden müssen. Mit rund 50.000 Wohnungen und einer Fläche von mehr als 300.000 Hektar ist sie einer der größten Immobilienbesitzer in Deutschland. Für größere Wohnungsbestände findet der Bund gegenwärtig keine Käufer. Der Markt verlagert sich indessen auf Wohnanlagen mit höchstens 20 bis 30 Einheiten.

Die Bima hat seit ihrer Arbeitsaufnahme im Jahr 2005 ganze Arbeit geleistet: Damals standen 8,3 Milliarden Euro für Immobilien aus, die der Bund für seine Aufgaben nicht mehr brauchte. Heute ist der Betrag immerhin auf rund 6,8 Milliarden Euro geschrumpft. Und innerhalb von fünf oder sechs Jahren soll dieser Wert nochmals auf die Hälfte reduziert werden. Der verbleibende Rest setzt sich aus Ladenhütern vor allem in den neuen Bundesländern zusammen. Alte Militärflächen und Übungsgelände, Kasernen, Wohnsiedlungen mit leerstehenden und schwer zu vermietenden Wohnungen - die Liste ist lang.

Ganz besonders schwer wird der Bundesimmobilienverkauf, wenn sich die Gemeinden im Hinblick auf die neue Nutzung querstellen. Meistens erhoffen sich die Kommunen ein größeres finanzielles Entgegenkommen von Seiten des Bundes, doch vor allem für soziale Nutzungszwecke und Schulen oder sportliche Einrichtungen sind Vater Staat finanziell die Hände gebunden: Schon im Jahre 2000 ist der Sonderrabatt für diese Zwecke gesetzlich gestrichen worden.

Eines steht bei diesem Tauziehen um die Bundesliegenschaften allerdings fest: Bis Ende 2011 soll die Behörde schrittweise fast alle Immobilien und Grundstücke des Bundes in ihre Verwaltung übernehmen. Ein Verkauf mit anschließender Rückmietung wird es nicht geben.

Quelle: faz.net, stern.de
Bild: Daniel Gast (Pixelio)

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