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Erdbebensicher bauen: Wie sich die Folgen von Erdbeben verringern lassen

Immer wieder erregen schwere Erdbeben weltweit Besorgnis. Allein in diesem Jahr sorgten die schweren Beben in Haiti und Chile für unbeschreibliche Zerstörung. Doch während in Haiti rund 222.500 Menschen ihr Leben und über eine Million ihre Häuser verloren, hat die Einhaltung strikter Baurichtlinien in Chile vermutlich Tausenden Menschen das Leben gerettet. Daran zeigt sich, wie wichtig es gerade in Erdbeben gefährdeten Regionen ist, erdbebensicher zu bauen.

Während in wohlhabenden Metropolen wie Los Angeles oder Tokio teure Sicherheitsmaßnahmen gegen Erdbeben getroffen werden, fehlt es in schwach entwickelten Ländern wie Haiti an den nötigen Mitteln. 'Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen konnte man sich dort nicht leisten', erklärt Marcial Blondet, ein Ingenieur aus Peru.

Doch erdbebensicher bauen muss nicht zwangsweise teuer sein. Seit 1970 bei einem Erdbeben in Peru mehr als 70.000 Menschen ums Leben kamen, beschäftigt Blondet sich mit der Suche nach preiswerten Methoden für den Erdbebenschutz. Er fand eine Möglichkeit, die schweren Wände, die in Peru traditionell aus Lehmziegeln hergestellt werden, nachträglich mit Netzen aus starkem Nylon zu verstärken. Auf diese Weise werden die Wände beim nächsten schweren Erdbeben zwar bersten, aber nicht mehr einstürzen. Blondet ist sicher, dass man auch die Betonmauern in Haiti mit Plastiknetzen gegen Erdbeben schützen könnte.

Auch in anderen Ländern haben Ingenieure Wege gefunden mit heimischen Materialien auf preiswerte Weise erdbebensicher zu bauen. In Indien beispielsweise werden Bambusstangen in die Betonwände von Häusern eingebaut, um diese im Fall eines Erdbebens widerstandsfähiger zu machen. In Japan werden die tragenden Pfeiler der schlecht gebauten Häuser der ärmeren Bevölkerung mit langen Polyesterstreifen verbunden, um sie vor Erdbebenschäden zu schützen.

Quelle: nationalgeographic.de, focus.de
Bild: United Nations Development Programme (Flickr)

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