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Energieausweis bei Vermietung oder Verkauf vorzeigen

Schon seit Jahren ist es für Kühlschränke und Waschmaschinen selbstverständlich, nach dem Energieverbrauch zu fragen. Ab 2014 betrifft es auch die Immobilienwirtschaft. Denn wer Wohnungen oder Wohngebäude vermietet oder verkauft, muss Mietern oder Käufern einen Energieausweis vorzeigen. Seit mehreren Jahren brauchte er nur auf Verlangen vorgezeigt werden. Jetzt ist die Vorlage zur Pflicht geworden. Bei Verstößen kann ein Bußgeld von bis zu 15 000 Euro verhängt werden. Das Prüfsiegel ist nicht unumstritten, denn der tatsächliche Energieverbrauch entspricht häufig nicht den Tatsachen.

    Perndorfer Passivhaus/Flickr

Energetische Qualität eines Gebäudes bestimmen

Mithilfe des Energieausweises wird der Energieverbrauch eines Gebäudes dokumentiert. Interessenten können den Verbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr sehen. Eigentümer können eine erreichte energetische Qualität des Gebäudes oder bestimmte Modernisierungsmaßnahmen zur Rechtfertigung einer angemessenen Miete nutzen. Das einmal ausgestellte Dokument ist im Normalfall für die nächsten zehn Jahre gültig.

In Deutschland sind zwei Ausweisvarianten zugelassen. Es gibt einen Bedarfs- und einen Verbrauchsausweis. Mit dem bedarfsorientierten Energieausweis wird auf die energetische Qualität des Gebäudes unabhängig von einem Nutzerverhalten verwiesen. Aus dem verbrauchsorientierten Energieausweis lässt sich der tatsächliche Energieverbrauch je Quadratmeter ablesen. Liegen die Werte im roten Bereich, muss man mit hohen Heizkosten rechnen. Besser sind Werte im grünen Bereich. Doch einen unmittelbaren Rückschluss auf den künftigen Energieverbrauch und die Energiekosten lässt das nicht zu.

Verbraucherschützer haben festgestellt, dass sich Mieter kaum für den Energieausweis interessieren. Dieses Papier wird zudem von Seiten der Immobilienbranche kritisiert, weil es nicht den Energieverbrauch von Wohngebäuden widerspiegelt. Energieexperten verweisen darauf, dass es neben Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis auch noch verschiedene Berechnungsmethoden und unterschiedliche Ansichten gibt, die dann auch noch verzerrte Ergebnisse liefern.

Die Folge ist, dass die Ergebnisse untereinander nicht vergleichbar sind. Die Wohnungswirtschaft hat durch Praxistests festgestellt, dass die Angaben zum Heizenergieverbrauch um bis zu 80 Prozent voneinander abweichen. Für sie ist der Energieausweis daher auch nur ein Instrument, um grobe Diagnosen stellen zu können. Werden exakte Aussagen zum Energiebedarf benötigt, ist eine ausführliche Energieberatung für jedes Gebäude notwendig.

Zukunftsmusik - Effizienzklassen für Immobilien

Mittlerweile bringen Energieexperten und Verbraucherverbände bereits Effizienzklassen wie bei Haushaltsgeräten ins Gespräch. Was darunter zu verstehen ist, soll in einer überarbeiteten Energieeinsparverordnung genau formuliert werden. Angedacht ist ein Bedarfsausweis, der auf der Grundlage einheitlicher Berechnungsmethoden ausgestellt wird. Immobilien werden zusätzlich in Effizienzklassen von A bis G eingeordnet. Wichtige Kriterien sollen Nachhaltigkeit, Lebensdauer und Schadstoffemissionen sein. Wenn Energiesparhäuser mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, erhalten sie ein "+". Frühestens im Jahr 2025 könnte der neue Energieausweis dann zur Pflicht werden.

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