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Energieausweis: Was bringt er wirklich?

Der Energieausweis soll Auskunft über die energetische Qualität eines Gebäudes liefern und so für mehr Transparenz und Klarheit auf dem Immobilienmarkt sorgen. Laut Energiesparverordnung ist der Energieausweis bereits seit 1. Juli 2008 Pflicht für Wohngebäude, die vor 1965 erbaut wurden. Seit dem 1. Januar 2009 sind Verkäufer oder Vermieter auch bei jüngeren Wohngebäuden verpflichtet, Kauf- oder Mietinteressenten einen gültigen Energieausweis vorzulegen. Dadurch soll der Vergleich verschiedener Gebäude hinsichtlich ihres Energieverbrauchs erleichtert und energieeffizientes Wohnen gefördert werden. Doch was bringt der Energieausweis wirklich?

Eine einfache Farbskala auf dem Energieausweis zeigt auf einen Blick, wie viel Energie das Gebäude im Vergleich zu anderen benötigt. In diese Bewertung gehen die Qualität der Gebäudehülle, der Heizungsanlage und des Energieträgers ein. Neben dem energetischen Ist-Zustand des Gebäudes werden im Energieausweis auch Modernisierungsempfehlungen aufgezeigt, die beim Energie sparen helfen sollen.

Doch auch wenn die Vorlage eines gültigen Energieausweises laut Energieausweisvorlagegesetz Pflicht ist, lassen zahlreiche Ausnahmen und fehlende Sanktionen Zweifel an seiner Wirksamkeit entstehen. So sind beispielsweise die Eigentümer denkmalgeschützter Häuser nicht verpflichtet, bei Immobilienverkauf oder Vermietung einen Energieausweis vorzulegen. "In Wien sind Denkmalschutzzonen eingerichtet worden. Darin stehen aber nicht nur Jahrhundertwendehäuser, sondern ebenso Bauten aus den 60er-Jahren, die damit auch aus der Pflicht genommen werden," erklärt Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder das Problem mit den Ausnahmen.

Da die Einhaltung des Gesetzes weder kontrolliert noch geahndet wird, finden sich – wie Winfried Schuh, Architekt und Energieberater von hausverstand.com berichtet - leicht Wege, um die Vorlage des Energieausweises herum zu kommen: "In Berlin wurde eine verdeckte Ermittlung durchgeführt, wie Immobilienmakler auf die Nachfrage von Mietinteressenten reagieren, wenn diese einen Energieausweis urgieren. Das Ergebnis: Kein Makler wollte sich weiter um den potenziellen Mieter kümmern."

Quelle: diepresse.com, immonet.de
Bild: ehuth (Pixelio)

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