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Energieausweis für Gebäude: Wenn das Haus zum "TÜV" muss

Viele der vor 1980 gebauten Wohnhäuser in Deutschland sind Heizwärme vergeudende Energieschleudern. Das bekommen Pächter, Hauskäufer oder Mieter erst am eigenen Leib zu spüren, wenn sie bereits im Haus wohnen oder es erworben haben. Objektive Angaben zur energetischen Qualität des Wohnbaus fallen oft unter den Tisch, während man beim Neukauf eines Autos oder Kühlschrank genaue Werte dazu erfragen kann.

Dem soll der Energieausweis für Gebäude Abhilfe verschaffen. Er wird für das gesamte Gebäude, nicht für einzelne Wohnungen erstellt und soll Interessenten als Orientierung und Vergleichshilfe dienen, und für mehr Qualitätstransparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen.

In diesem für 10 Jahre gültigen Ausweis werden die wichtigsten Gebäudedaten und der energetische Zustand des Baues sowie eventuell durchzuführende Sanierungsmassnahmen aufgeführt. Man unterscheidet zwischen dem so genannten Verbrauchsausweis (ca. 50 Euro), der den Verbrauch vergangener Heizperioden aufführt, und dem Bedarfsausweis (ca. 200 Euro), der technische Daten zur Qualität der Dämmung, der Fenster und der Heizanlage beinhaltet.

Erstellt werden kann er von Fachkräften mit besonderer Aus- und/oder Weiterbildung sowie Berufspraxis (Ingenieure, Architekten, Bauingenieure, Schornsteinfeger, Gebäudetechniker, Energieberater oder Handwerker. Es sollte jedoch zwischen den einzelnen Anbietern genau verglichen werden und nach der Anzahl der bereits ausgestellten Energieausweise gefragt werden.

Die Qualität der Energieausweise soll durch den von der dena (Deutsche Energie-Agentur GmbH) eingeführten Gütesiegel noch einmal bestätigt werden. Die neue Energiesparverordnung (EnEV 2007) sieht als Hauptelement die Einführung von Energieausweisen vor, und auch in den EU-Mitgliedländern hofft man auf eine harmonische Anpassung an diese neuen Richtlinien.

Demnach müssen seit 1. Juli 2008 Eigentümer von Immobilien, die vor 1965 gebaut wurden, einen Energieausweis vorzeigen können, ab 2009 wird es für praktisch alle Gebäude zur Pflicht. (Für Wohnhäuser ab 1. Januar, für Nichtwohngebäude ab 1. Juli 2009). Ebenso ist seit dem 1. Oktober der teurere Bedarfsausweis für vor 1977 erstellte Wohngebäude mit weniger als 5 Wohnungen vorzulegen. In öffentlichen Gebäuden muss der Energieausweis gut sichtbar angebracht werden.

Quelle: dena, ZDF
Bild: me_maya (Flickr)

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