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Einsicht ins Grundbuch und Notarkosten - wie teuer das werden kann

Im Grundbuch sind viele vertrauliche Daten aufgeführt: Neben Grundschulden finden sich unter Umständen Hypotheken wegen Schulden oder Rückübertragungspflichten bei einer Scheidung. Daher ist es verständlich, dass nicht jedermann Einsicht nehmen darf. Gestattet ist es nur bei Nachweis eines berechtigten Interesses.

Dem Grundbuchamt obliegt letztlich die Beurteilung des Anliegens und Entscheidung. Notare gehören grundsätzlich zu den Berechtigten. Sie müssen sich keine kritischen Fragengefallen lassen. Wer einen Notar mit der Einsichtnahme in das Grundbuchbeauftragt, sollte sich mit den Fragen Grundbucheintrag/Einsicht/Notarkosten befassen.

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Notare sind grundsätzlich zur Einsichtnahme befugt

Generell gilt, dass jeder das Grundbuch einsehen darf, der ein eingetragenes Recht beanspruchen kann. Inhaber von Wegerecht und Wohnrecht oder ein Kreditinstitut sind zur Einsichtnahme befugt. Einsicht nehmen dürfen ebenfalls Kaufinteressenten, wenn sie bereits Verhandlungen mit dem Eigentümer führen. Sollte das Grundbuch Zweifel hegen, wird es die Einsichtnahme verweigern. Die Beteiligten müssen dann auf den Rechtsweg ein Beschwerdegerichte anrufen.

Das bloße Einsichtnehmen in das Grundbuch beim jeweiligen Grundbuchamt kostet keine Gebühren. das gilt nicht für die elektronische Einsicht beispielsweise durch einen Notar. Wer einen Auszug möchte, muss zahlen. Unbeglaubigte Grundbuchauszüge kosten 10 Euro, beglaubigte Auszüge 20 Euro, Versand per Post. In beiden Fällen muss dem Grundbuchamt ein schriftlicher Antrag vorliegen.

Zur Gruppe der Befugten, die das Grundbuch fast einschränkungslos einsehen dürfen, gehören Notare. Sie müssen dem Grundbuchamt kein berechtigtes Interesse nachweisen. Allerdings müssen sie einen entsprechenden Nachweis auf Anforderung jederzeit erbringen können. Grundbuchauszüge dürfen Notare in vollem Umfang erteilen, wenn der Eigentümer der Antragsteller ist. Will ein Makler einen Grundbuchauszug erhalten, muss er eine entsprechende Vollmacht des Eigentümers vorlegen. Die Gebühren für den elektronischen Abruf sind einem speziellen Gesetz geregelt.

Das Gesetz zur Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs, zur Regelung des Grundbuchverfahrens sowie zur Änderung zahlreicher grundbuch- und kostenrechtlicher Vorschriften (Kürzel: ERVGBG) im Oktober 2009 hat sich zu Grundbucheintrag/Einsicht/Notarkosten eindeutig geäußert. Außerdem wurden die Grundbuchabrufgebühren deutlich vereinfacht. Erhoben werden sie seitdem nach der Justizverwaltungskostenordnung.

Notare müssen eine einmalige Einrichtungsgebühr zur Teilnahme am eingeschränkten Abrufverfahren in Höhe von 50 Euro entrichten. Gebührenfrei erfolgt die Zulassung in weiteren Bundesländern. Werden Daten eines Grundbuchblattes abgerufen, beträgt die Gebühr pro Abruf 8 Euro.

Jedes Grundbuchblatt kostet

Um das Thema Notarkosten für die Einsicht ins Grundbucheintrag abschließend zu behandeln, muss man die Kosten noch näher betrachten. Selbst wenn eine Grundbucheinsicht kein Hauptgeschäft, sondern ein Nebengeschäft zum eigentlichen Notarvertrag darstellen sollte, werden die Kosten gemäß Kostenordnung nicht extra berechnet. Wer vom Notar die Zustimmung für eine Auflassungserklärung auf der Basis von 100 Grundbuchblättern anstrebt, muss Abrufkosten in Höhe von 800 Euro zahlen. Diese Gebühren für den elektronischen Abruf sind zum einen rechtmäßig, zum anderen haben Notare keinen Verhandlungsspielraum. Denn die Kostenordnung der Justiz (§ 154 Abs. 2 KostO) gibt den Rahmen für die Erhebung der Gebühren für die automatisierte Einsichtnahme in das Grundbuch vor.

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