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Die Igel-Pension: Wie tierische Besucher im Garten gut über den Winter kommen

Igel haben es in den Tagen des Wintereinbruchs nicht leicht. Die meisten dieser liebenswerten, nachtaktiven Tierchen kommen im August und September zur Welt. Schon Anfang November müssen sie sich ein stattliches Fettpölsterchen angefressen haben, um ihren Winterschlaf auch gut überstehen zu können.

Igel suchen eher naturbelassene Gärten auf, die reiche Nahrung versprechen. Die Stacheltiere sind gern gesehene Insektenfresser, die auch ganze Berge von Schnecken vertilgen können. Um den neugierigen Gesellen, die mittlerweile auf der Roten Liste gefährdeter Tiere stehen, einen gemütlichen und sicheren Winterschlafplatz zu bieten, genügen ein paar einfache Maßnahmen.

Denn Igel sind besonders schutzlos, wenn sie ihren Winterschlaf halten. In dieserZeit verlangsamt sich ihr Stoffwechsel. Sie atmen nur ca. 2 mal pro Minute, das Herz schlägt nur etwa 5 mal pro Minute und ihre Körpertemperatur sinkt auf 1-8 °C. Ein Laub- oder Reisighaufen bietet ihnen daher willkommenen Schutz gegen die Kälte.

Man sollte also daher nicht alles Laub oder Reisig vor Wintereinbruch auf den Komposthaufen oder in die Biotonne werfen, denn so zerstört man für viele kleine Lebewesen ideale Winterquartiere. Ebenso bieten Steinhaufen, Hecken, Holzstöße, Streuobstwiesen und auch der altbewährte Komposthaufen einen ausgezeichneten Schutz. Darüber hinaus sorgen sie auch im Spätherbst noch für Nahrungsnachschub.

Eine große Gefahr für die stacheligen Tierchen stellen Pestizide dar. Wenn Igel diese mit vergifteten Schnecken oder Blättern in sich aufnehmen führt das dazu, dass sie qualvoll verenden. Kellerschächte und Gruben sollten gut abgedeckt werden. Auch Drahtgitterzäune, die 10 cm über dem Boden enden, sind zu vermeiden, da dort die Igel leicht hängen bleiben können. Ebenso sollten keine Becher oder Dosen herumliegen. Denn die Stacheln wirken wie Widerhaken und so mancher Igel konnte sich nach einer Erkundungstour nicht mehr aus einem engen Gefäß befreien.

Unterernährte Jungigel oder schwache Tiere, die im Spätherbst im Garten aufgefunden werden, können in einem eigens hergerichteten Schlafhäuschen (zum Beispiel ein mit Zeitungen ausgestopfter Karton) und mit ein wenig Trocken- oder Katzenfutter gut aufgepäppelt und über den Winter gebracht werden. Wichtig ist für den Winterschlaf, dass das präparierte Winterquartier mit den realen Außentemperaturen in Verbindung steht.

Quelle: Sueddeutsche Online, Oekonews.at
Bild: yoppy(Flickr)

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