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Die Hufeisensiedlung in Berlin-Britz: Licht und Luft, Farbe und Grünflächen

Die Hufeisensiedlung in Berlin-Britz gilt als Schlüsselwerk des Neuen Bauens. Seit einem Jahr gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Entstanden ist die Wohnsiedlung, die der berühmte Architekt Bruno Taut zusammen mit dem Stadtbaurat Martin Wagner plante zwischen 1925 und 1933. Dabei legte Taut viel Wert auf Licht und Luft, Farbe und Grünflächen.

Ihren Namen verdankt die Hufeisensiedlung einem dreigeschossigen, fast geschlossenen Gebäudeoval mit der markanten Grundrissfigur des Hufeisens. Hier zeigen sich verschiedene Elemente, die für die Architektur Tauts und das Neue Bauen der Zwanziger Jahre charakteristisch sind. Dazu gehören die Gliederung der Baukörper durch vorgezogene Treppenhäuser und der Einsatz von Farbe als architektonisches Gestaltungsmittel. Letztere ist heute wieder sehr eindrucksvoll zu bestaunen, denn nachdem die Hufeisensiedlung 1986 unter Denkmalschutz gestellt wurdem erhielten alle Häuser ihre Originalfarbtöne zurück. So schimmern die Häuserzeilen in Britz wieder ganz gleichmäßig abwechselnd in Ochsenblut, zartem Ockergelb und kräftigem Blau.

Außerdem vereinen sich in der Hufeisensiedlung Prinzipien der Gartenstadt mit dem großstädtischen Element des langen Häuserblocks. So scharen sich kleine Einfamilienhäuser im angerartige Grünräume und werden gleichzeitig entlang der außenliegenden Hauptstraßen von dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern schützend umfasst.

Taut errichtete in der Hufeisensiedlung insgesamt 679 Reihenhäuser, die alle an Gassen liegen, die nach Romanfiguren des mecklenburgischen Dichters Fritz Reuter benannt sind. Zusätzlich gibt es hier 1000 Mietwohnungen, zum Beispiel im 'Hufeisen' und in den angrenzenden Häuserzeilen. Charakteristisch ist hier, dass die meisten der Eineinhalb- bis Dreieinhalbzimmerwohnungen einen Balkon haben, oder durch die Sprossenfenster zumindest viel Aussicht in grüne Innenhöfe oder zum See in der Mitte der Wohnanlage bieten.

Die Ernennung zum Weltkulturerbe hat der Hufeisensiedlung viel Ansehen aber auch viele Pflichten eingebracht. Die Deutsche Wohnen AG, der heutige Eigentümer der Siedlung, der die Reihenhäuser nach und nach verkaufen will, beginnt in einem Großvorhaben mit der energetischen Sanierung der Wohnblöcke. Der 'Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung' will zusammen mit dem Landesdenkmalamt eine Datenbank aufbauen, in der alle Hausbesitzer Informationen finden, wo sie Originalbauteile und spezialisierte Handwerker für die denkmalgerechte Sanierung finden.

Quelle: faz.net, hufeisensiedlung-berlin.de
Bild: imposante-bauwerke.de

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