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Die Frankfurter Küche: Mutter aller Einbauküchen

Mit der Erfindung der Frankfurter Küche revolutionierte die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky in den zwanziger Jahren die Inneneinrichtung und wurde weltberühmt als Mutter aller Einbauküchen. Als Ernst May, Leiter des Hochbauamtes der Stadt Frankfurt die junge Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 nach Frankfurt holte, hatte sie sich bereits theoretisch mit der häuslichen Frauenarbeit auseinander gesetzt. Angeregt durch das Buch 'Die rationale Haushaltsführung' von Irene Witte, machte sie sich an die revolutionäre Umgestaltung des häuslichen Küchenbereichs.

Um den Platz zum Kochen selbst in Kleinstwohnungen komplett von den übrigen Räumen zu trennen, versucht die Frankfurter Küche, möglichst viele Funktionen auf wenig Platz zu vereinen. Auf nur knapp 6,5 Quadratmetern brachte die Architektin alles unter, was zur Essenszubereitung und zum anschließenden Aufräumen nötig war. Damit die Hausfrau möglichst wenig Zeit in der Küche verbringen muss, orientierte sich Schütte-Lihotzky bei der Gestaltung der Frankfurter Küche am Tayler-Prinzip aus der amerikanischen Industrie, bei dem einzelne Arbeitsschritte und -wege mit der Stoppuhr gemessen werden, um die Abläufe zeitlich und räumlich zu optimieren.

Allein in Frankfurt wurde die Frankfurter Küche bis 1930 in 10.000 Wohnungen eingebaut, vor allem im städtisch finanzierten sozialen Wohnungsbau. Auch wenn sich der Prototyp der Einbauküche nicht flächendeckend in Deutschland durchsetzen konnte, wurde das arbeitsoptimierte System übernommen und dient bis heute als Grundlage für jede Einbauküche.

Außerdem gilt die Frankfurter Küche heute als wichtiger Beitrag zur Emanzipation der Frau. Wie die Architektin selbst erklärte, ging es seinerzeit um die Verbesserung des Ansehens der häuslichen Tätigkeiten und die Nutzung aller neuen technischen Möglichkeiten.

Quelle: faz.net, planet-wissen.de
Bild: uni-ak.ac.at

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