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Der Feind im Eigenheim: Was tun gegen Mietnomaden?

Seriös, freundlich und mit gutem Job - so geben sich die meisten Mietbetrüger beim Besichtigungstermin. Nach Unterschreibung des Mietvertrags wendet sich das Blatt dann: Aus dem freundlichen jungen Mann von nebenan wird ein sogenannter Mietnomade, der den monatlichen Mietbetrag nicht zahlt und nur durch eine Zwangräumung aus der Wohnung zu bekommen ist - diese wird im schlimmsten Fall dann auch noch in einem verwüsteten Zustand und sanierungsbedürftig hinterlassen!

Die Mietnomaden sind ein wahrer Albtraum für die Vermieter, denn sie müssen sich auf die Mietausfälle einstellen, haben mit Anwalts-, Gerichts- und Zwangsvollstreckungskosten zu kämpfen und können den Eindringling schlimmstenfalls gerichtlich erst nach Jahren aus der eigenen Mietwohnung hinauswerfen. Viele Vermieter bleiben auf einem Schaden von rund 20000 Euro sitzen! Und nach Aussagen des Eigentümerverbandes "Haus und Grund Deutschland" häufen sich bundesweit jedes Jahr rund zwei Milliarden Euro Mietschulden an, von der Dunkelziffer ganz zu Schweigen.

Wie kann man sich als Vermieter aber vor solchen Mietbetrügern schützen? Nur auf sein Bauchgefühl sollte sich sicherlich niemand verlassen. Schon beim Besichtigungstermin und vor allem als Voraussetzung für den Vertragsabschluss sollten vorher grundlegende Dinge geklärt werden: Eine Kopie des Personalausweises sollte vorgelegt werden können, und es sollten so viele Informationen wie möglich über den potentiellen Mieter eingeholt werden. Denkbar ist, eine Gehaltsnachweisbescheinigung vom Arbeitgeber zu verlangen, den vorherigen Vermieter zu kontaktieren oder eine Schufa-Auskunft einzuholen. Diese gibt einen möglichen ersten Hinweis auf die Solvenz des Mieters.

Auch eine Kaution in Höhe von zwei Monatsmieten sollte als Bedingung für den Vertragsabschluss verlangt werden - am besten in bar! Ohne die entsprechenden Unterlagen und die Bezahlung der Kaution sollte ein Anmieten des Eigenheims nicht möglich sein. Auch ein Abschluss einer Rechtsschutz- und Mietausfallversicherung könnte für Vermieter eine weitere finanzielle Absicherung darstellen.

Vorsicht ist vor allem geboten vor gefälschten Bürgschaften, Urkunden oder Kontoauszügen: Die Mietnomaden sind zumeist mit allen Wassern gewaschen. Den Wohnungsschlüssel der Mietwohnung sollte der Vermieter erst dann aus der Hand geben, wenn die Kaution bar bezahlt wurde und die erste Monatsmiete auch sicher auf dem Konto eingegangen ist.

Quelle: focus.de, welt.de
Bild:Gerd Altmann (Pixelio)

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