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Darf ein Vermieter bei Mietrückstand die Heizung abdrehen?

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In Albstadt im Zollernalbkreis griff ein Vermieter zu drastischen Maßnahmen, weil einige seiner Mieter mit den Mietzahlungen im Rückstand waren, er drehte dem gesamten Haus die Wärmezufuhr ab, die kalte Heizung traf auch diejenigen, die regelmäßig ihre Zahlungen vornahmen. Doch darf er das überhaupt, oder handelt der Vermieter ungesetzmäßig?

Die Antwort ist einfach: Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch handelt der Vermieter ungesetzmäßig. Und es könnte sogar teuer für ihn werden. Wenn ein Mieter mit seinen Zahlungen im Rückstand ist, dann hat der Vermieter die Möglichkeit, eine Kündigung auszusprechen. Allerdings müssen dafür zwei Monatsmieten versäumt werden. Ist die Kündigung rechtsmäßig, darf er dann für diese Wohnung auch die Heizung abdrehen.

Doch in diesem speziellen Fall handelte der Hausbesitzer eher mit Wildwest-Methode. Und das könnte Folgen haben. Denn wenn er dem gesamten Haus die Heizung abdreht, so stellt dies ein Mangel an allen Wohnungen dar und Mietminderung kann eingefordert werden. Der Mietvertrag ist ungekündigt, also hat der Vermieter seinen vertraglichen Pflichten nachkommen, er muss also heizen, auch wenn noch Miete aussteht.

In diesem speziellen Falle müssten die Bewohner dann selbst für Wärme sorgen. Diese Zusatzkosten können auf den Vermieter abgewälzt werden. Und es könnte für den Hausbesitzer noch schlimmer kommen. Erleidet ein Mieter durch die Kälte gesundheitliche Schäden, so kann Körperverletzung angezeigt werden. Also gilt für den Vermieter, dass er erst den Mietvertrag kündigen muss, bevor er zu solch drastischen Methoden greift.

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