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Cuxhavener Wohnlotsen: Wird Cuxhaven bald zur Geisterstadt?

Der Wohnungsmarkt in Cuxhaven steht vor gravierenden Problemen. Wie eine Analyse der demographischen und wohnungswirtschaftlichen Entwicklung der Stadt im Rahmen des Forschungsprogramms 'ExWoSt' (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) zeigte, werden in Cuxhaven bis 2030 mehr als 6000 Einfamilienhäuser 'freigesetzt'. Das wären zwei Drittel des Einfamilienhausbestandes. Um dem wachsenden Leerstand entgegen zu wirken, wurde jetzt das Projekt 'Cuxhavener Wohnlotsen' gestartet.

Bei den Cuxhavener Wohnlotsen handelt es sich um eine lokale Partnerschaft von Vertretern der Stadt, Maklern, Architekten, Handwerkskammer und der örtlichen Sparkasse. Ziel ist es, die Wieder- und Weiternutzung des Einfamilienhausbestandes in Cuxhaven zu ermöglichen und so die hohen Leerstandsquoten zu reduzieren. Für Bürgermeister Bernd Jothe besteht die Aufgabe der Cuxhavener Wohnlotsen darin, 'Menschen dahin zu lotsen, wo sie das finden, was sie suchen, wenn es um das Wohnen in der Stadt geht.' Es geht also darum, Bedarf und Nachfrage auf dem Cuxhavener Immobilienmarkt besser zusammen zu bringen.

Prinzipiell sollen die Cuxhavener Wohnlotsen vor allem versuchen, bisherige Bewohner zu halten. Dabei soll beispielsweise das Modellprojekt 'CuxVita – Häuser für das ganze Leben' der Sparkasse bei der Finanzierung von altersgerechtem Umbau helfen und so dazu beitragen, die Nutzungsdauer der Häuser zu verlängern. Außerdem soll die Abwanderung gemildert werden.

Neben Senioren gehören also vor allem Schwellenhaushalte, Rücksiedler und die Bevölkerung vor Ort zu den Zielgruppen der Cuxhavener Wohnlotsen. Diese sollen dazu animiert werden, trotz veralteter Haustechnik und Wohnungsaufteilung die bestehenden Einfamilienhäuser in Cuxhaven weiter zu nutzen. Ob so verhindert werden kann, dass in der Stadt an der Nordsee bald immer mehr Viertel leer stehen, muss sich zeigen. Der demographische Wandel wird sich wohl kaum aufhalten lassen und auch Neuzuwanderungen in nennenswerter Zahl sind nicht zu erwarten.

Quelle: faz.net, refina.segeberg.de
Bild: maritimus (Flickr)

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